Deutschland beklagt mehr als 90 Hochwasser-Tote | Aktuell Deutschland | DW

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Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Toten. Nach jüngsten Behördenangaben starben mindestens 90 Menschen, die Helfer befürchten einen weiteren Anstieg der Opferzahlen. Noch dauert die Suche nach Verschütteten und Vermissten an. Hinzu kommt, dass Gefahr von Talsperren in der Region ausgeht, die überlaufen oder zu brechen drohen. “Die Lage ist nach wie vor dramatisch”, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Trier. Aktuell seien allein in Rheinland-Pfalz über 50 Menschen  ums Leben gekommen. In Nordrhein-Westfalen ist inzwischen von 43 Toten die Rede.

“Dass so viele Menschen sterben bei dieser Katastrophe, das ist wirklich ganz furchtbar.” Die Rettung der Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen sei zudem schwierig, da der Zugang kaum möglich ist. “Das alles ist eine große, große Herausforderung für unsere Einsatzkräfte, die rund um die Uhr arbeiten”, betonte Dreyer.

Bad Neuenahr I Unwetter in Rheinland-Pfalz

Die Sorge steht Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, ins Gesicht geschrieben

“Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde” sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, so die SPD-Ministerpräsidentin weiter. Sie dankte dem angereisten Vizekanzler Olaf Scholz “für das starke Signal der Solidarität”. “Die Schäden in den Kommunen sind immens”, fügte die Regierungschefin hinzu. “Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite.”

Kein Handy-Netz in vielen Orten

In den Hochwassergebieten werden unterdessen immer noch Menschen vermisst. Zwischenzeitlich galten 1300 Personen als vermisst, inzwischen korrigierten die Behörden die Angaben nach unten, ohne sich allerdings genau festzulegen. Ein Grund dafür: Wegen des teilweise lahmgelegten Mobilfunknetzes ist unklar, wie viele von ihnen sich retten konnten. Zahlreiche Bewohner flüchteten vor den Fluten auf die Dächer ihrer Häuser. Die Polizei setzte Hubschrauber ein, um die Menschen an Seilwinden von den Dächern zu retten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 15.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Bundeswehr vor Ort. 

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Besonders schwer betroffen ist die Region Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Der Ahr-Fluss trat dort an vielen Stellen über die Ufer und riss Häuser, Straßen und Brücken mit sich. Extrem schwer traf es die Ortschaft Schuld an der Ahr.

BdT Deutschland Unwetter in Schuld Rheinland-Pfalz

In Schuld an der Ahr ist nach den Unwettern nichts mehr so wie es einmal war

Neben dem Kreis Ahrweiler ist auch die Region rund um das nordrhein-westfälische Erftstadt südlich von Köln sowie das Gebiet rund um Euskirchen von schweren Zerstörungen gezeichnet. Auch dort stürzten mehrere Häuser ein. Sie wurden unterspült und brachen ein. Mehrere Menschen kamen ums Leben, wie viele genau, ist noch nicht geklärt. Auch hier werden weitere Opfer befürchtet. Nach Angaben der Kölner Bezirksregierung gibt es in der Region immer wieder Notrufe, da Personen trotz Warnung ins Schadensgebiet zurückkehrten oder es gar nicht verlassen hatten.

Unwetter in Belgien

In Liege in Belgien trat die Maas über die Ufer und riss Autos mit sich

Grund für die schwerste Unwetterkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten ist ein Tiefdruckgebiet, das seit Tagen über dem Westen Deutschlands festhängt. Auch das benachbarte Belgien wurde mit großer Wucht von den Unwettern getroffen. Dort kamen nach jüngsten Angaben mindestens 14 Menschen ums Leben. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Die Pegelstände der Maas,
die unter anderem durch Lüttich fließt, steigen weiter.

165.000 ohne Strom

Der wirtschaftliche Schaden lässt sich noch nicht beziffern. Da Straßen, Brücken, Häuser und auch Bahnlinien betroffen sind, dürften auch die wirtschaftlichen Auswirkungen massiv sein. Infolge der Katastrophe sind derzeit rund 165.000 Menschen ohne Strom. Weil die starken Regenfälle den Pegel der Flüsse stark ansteigen und den Boden aufweichen ließen, wurden Ortsnetzstationen und Umspannwerke überflutet. Aus Sicherheitsgründen mussten die Anlagen abgeschaltet werden.

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Die schweren Unwetter waren auch Thema beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den USA . Präsident Joe Biden sagte:  “Es ist eine Tragödie und unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben”. Merkel betonte, das Ausmaß der Tragödie sei noch unüberschaubar, das Leid der Betroffenen gehe ihr sehr nahe.

Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu “Todesfallen” geworden seien. Sie sicherte den Betroffenen Unterstützung zu. “Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht allein lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht.”

haz/jj (afp, dpa, rtr, kna)




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