Deutschland vor noch schärferen Corona-Regelungen | Aktuell Deutschland | DW

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„Die Lage ist ernst“, mit diesen wenigen Worten umreißt die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die Pandemie-Situation vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). Am Dienstag hatten sich Bund und Länder grundsätzlich auf strengere Corona-Regeln verständigt, nun wollen die 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie die scheidende Kanzlerin Angela Merkel und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz die Maßnahmen beschließen. Das Ziel, die steigenden Infektionszahlen zu senken, um die vierte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. Vor den Beratungen drängten mehrere Regierungschefs, darunter auch Schwesig, auf bundeseinheitliche Regelungen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte, die Pandemie treffe ganz Deutschland hart. „Deshalb ist es wichtig, in einem Akt der nationalen Solidarität gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Infektionszahlen sinken und unser gesamtes Gesundheitssystem entlastet wird.“

2G fast überall 

Weitgehende Einigkeit herrscht über eine Ausweitung der 2G-Regel im Einzelhandel. Zutritt zu den Geschäften hätten dann nur noch Geimpfte und Genesene. Ausnahmen sind für Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken vorgesehen.

Der Handelsverband Deutschland befürchtet durch eine 2G-Regelung Umsatzverluste von bis zu 50 Prozent für die betroffenen Firmen. „Das ist nach den ohnehin schon kräftezehrenden Lockdowns der vergangenen Monate für viele nicht zu verkraften“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Funke Mediengruppe.

Auch zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen künftig wohl nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten. Im Gespräch ist ergänzend ein aktueller negativer Corona-Test (2G-Plus). In den Schulen soll wieder eine generelle Maskenpflicht gelten.

Für Regionen mit einer hohen Inzidenz zeichnet sich die Schließung von Clubs und Diskotheken ab, weil dort die Ansteckungsgefahr als besonders groß gilt. Restaurants bleiben wohl vorerst offen, aber auch hier ist die Möglichkeit von regionalen Schließungen im Gespräch.

Deutschland Corona-Pandemie | Zuschauer im RheinEnergieStadion Köln

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Volle Fußball-Stadien wie kürzlich beim Match Köln gegen Mönchengladbach soll es nicht mehr geben

Die zulässige Teilnehmerzahl bei Großveranstaltungen soll stark begrenzt werden. Das gilt vor allem auch für Fußballspiele.

Massive Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte 

Ungeimpfte sollen sich mit möglichst wenig Menschen treffen, um niemanden anzustecken. Möglich ist etwa, dass sich nur maximal fünf ungeimpfte Personen aus zwei Hausständen treffen dürfen oder dass Treffen, an denen Ungeimpfte teilnehmen, grundsätzlich auf den eigenen Haushalt sowie zwei Personen eines anderen Haushalts beschränkt werden.

Außerdem wollen Bund und Länder die Zahl der Impfungen gegen das Coronavirus beschleunigen. Bis Weihnachten sollen 30 Millionen Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen vorgenommen werden. Dafür sollen mehr Berufsgruppen als bisher zur Impfung berechtigt sein, vor allem Apotheker und Zahnärzte.

Corona-Impfung in einem Impfzentrum in Düsseldorf

Ein Impfzentrum in Düsseldorf

Um Alte und Kranke vor einer Ansteckung zu schützen, sollen die Beschäftigten in Kliniken und Pflegeheimen zur Corona-Impfung verpflichtet werden. Eine solche Regelung könnte relativ rasch kommen. Für Februar oder März peilen Bund und Länder eine allgemeine Impfpflicht an. Sie ist nach wie vor allerdings umstritten.

Gesundheitsämter können nicht mehr alle Daten weiterleiten 

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete an diesem Donnerstag 73.209 Neuinfektionen. Das sind 2752 Fälle weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank den dritten Tag in Folge leicht und liegt nun bei 439,2. 388 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Da die Gesundheitsämter in Deutschland allerdings vollkommen überlastet sind, dürften die Zahlen nicht das aktuelle Geschehen widerspiegeln. Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, warnte, die überforderten Gesundheitsämter hätten teilweise nicht nur die Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Infizierten eingestellt, sondern könnten auch die tagesaktuelle Eingabe der Fallzahlen nicht mehr bewältigten.

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se/as (dpa, afp, rtr, epd, ard)




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