Die NATO geht, die Gewalt bleibt | Aktuell Asien | DW

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Bei Kämpfen zwischen afghanischen Soldaten und den radikalislamischen Taliban sind nach offiziellen Angaben aus Kabul binnen 24 Stunden mehr als hundert Aufständische getötet worden. Die Kämpfe hätten in mehreren Provinzen stattgefunden, teilte das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt mit. Die Taliban machten zunächst keine Angaben zu den Kämpfen. Beide Seiten sind dafür bekannt, die Opferzahlen der jeweils anderen Seite zu übertreiben.

Die USA gehen, die anderen auch …

Der Abzug der 2500 verbliebenen US-Soldaten aus Afghanistan hatte am Samstag formell begonnen, an diesem Sonntag übergaben die US-Streitkräfte das Camp Antonik in der südlichen Unruheprovinz Helmand. Der Stützpunkt soll künftig afghanischen Spezialeinheiten dienen, die von US- und anderen NATO-Truppen in der Terrorabwehr geschult worden waren.

Bislang sind in Afghanistan insgesamt noch etwa 9600 NATO-Soldaten stationiert. Ursprünglich war der NATO-Abzug

bis zum 1. Mai anvisiert gewesen. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte den radikalislamischen Taliban dieses Datum in Aussicht gestellt. Trumps Nachfolger Joe Biden entschied, den Abzug spätestens am 11. September abzuschließen – dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA, die den Einmarsch der US-Armee in Afghanistan zur Folge gehabt hatten. Das Land galt als Rückzugsraum für die Terroristen.

Kein Frieden nirgendwo

Nach der Verkündung des US-Truppenabzugs beschloss dann die gesamte NATO das Ende der Mission bis spätestens September. Das gilt somit auch für die Bundeswehr-Angehörigen dort. Den Truppenabzug wird von Sorgen begleitet, dass sich ohne Präsenz internationaler Truppen die Konflikte in dem Land weiter verschärfen und die Gewalt dramatisch zunehmen könnte. Eine Friedensvereinbarung zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban ist bislang nicht in Sicht. Beobachter halten es nicht für ausgeschlossen, dass die Taliban gerade jetzt Entscheidungsschlachten suchen.

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ml/ww (afp, rtr)




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