Dutzende Festnahmen bei Protesten in Minsk | Aktuell Europa | DW

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Das Innenministerium teilte später mit, dass die Reporter zu einer Polizeiwache gebracht worden seien. Dort solle geprüft werden, ob sie über eine gültige Presse-Akkreditierung verfügten. Alle Reporter, die eine offizielle Akkreditierung hätten, sollten freigelassen werden, hieß es. Unter den Festgenommenen befindet sich auch eine Reporterin des russischen Programms der Deutschen Welle. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen, die Sicherheitskräfte hätten die Telefone und Ausweise der Reporter konfisziert.

Die Sicherheitskräfte mit schwarzen Gesichtsmasken hatten am Abend den Unabhängigkeitsplatz eingekesselt. Dort hatten sich Hunderte Menschen trotz eines Demonstrationsverbots friedlich versammelt.

Sie riefen “Freiheit!” und “”Hau ab!”. Die Menschenrechtsorganisation Wesna sprach von rund 150 Festnahmen. Vor allem Männer wurden in Gewahrsam genommen und in Gefangenentransportern weggefahren.

Weißrussland | Anti-Regierungsproteste | Avtozaki (DW/P. Bykousvkij)

Mit großen Mannschaftswagen waren die Sondereinheiten in Minsk angerückt

Die OMON war mit großen Mannschaftswagen ohne Nummernschilder in Hundertschaften angerückt. In Lautsprecherdurchsagen wurde vor der nicht genehmigten Demonstration gewarnt – und offen mit Gewalt gedroht wegen der Teilnahme an der Kundgebung.

Die Proteste richten sich gegen Lukaschenko, der das Land seit 26 Jahren mit harter Hand führt. Während Männer abgeführt wurden, kamen die Frauen aus dem Kessel wieder frei: Sie zogen über die Straße Unabhängigkeitsprospekt.

Die Demonstranten zeigten sich vor allem wütend, nachdem am Vorabend in der katholischen Kirche auf dem Unabhängigkeitsplatz 40 Minuten lang Menschen von den OMON-Kräften festgehalten worden waren.

Aus Protest dagegen hatte die Demokratiebewegung Gläubige aller Religionsgemeinschaften zu der Kundgebung am Donnerstag aufgerufen. Hunderte Menschen waren dem Aufruf gefolgt. Sie sprachen laut Friedensgebete, als die Sicherheitskräfte einschritten.

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August gibt es Proteste und Streiks in den Staatsbetrieben gegen Lukaschenko. Dieser hatte sich zum klaren Sieger erklärt. Die Opposition erkennt den Sieg von Lukaschenko, der seit 1994 autoritär regiert, nicht an und wirft ihm Wahlbetrug vor.

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uh/qu (dpa, rtr, DW)




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