DW-Journalist Andrei Aliaksandrau in Belarus angeklagt | Aktuell Deutschland | DW

DW-Journalist Andrei Aliaksandrau in Belarus angeklagt | Aktuell Deutschland | DW

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Die DW Akademie ist tief besorgt darüber, dass ihr langjähriger Trainer Andrei Aliaksandrau in Belarus wegen Hochverrats angeklagt worden ist. Carsten von Nahmen, Geschäftsführer der DW Akademie, verurteilt die Anklage als “absolut unbegründet” und fordert die belarussische Regierung auf, Aliaksandrau sowie mehrere andere Medienschaffende sofort freizulassen, die derzeit in dem osteuropäischen Land inhaftiert sind. 

Aliaksandrau war im Januar 2021 zusammen mit seiner Partnerin Irina Zlobina inhaftiert worden. Ursprünglich wurde er beschuldigt, Aktionen organisiert zu haben, die die öffentliche Ordnung grob verletzen. Eigentlich sollte er noch in diesem Monat freigelassen werden.

Die Belarussische Journalistenvereinigung (BAJ) berichtet, die neue Anklage habe Aliaksandrau “schockiert”, so sein Anwalt. Der Fall markiere eine Eskalation im drakonischen Vorgehen von Belarus gegen Pressefreiheit und Menschenrechtsaktivismus.

Carsten von Nahmen

Carsten von Nahmen, Geschäftsführer der DW Akademie

“Belarussische Journalisten stehen unter einem noch nie dagewesenen Druck und die Repressionen haben sich seit den Präsidentschaftswahlen im letzten Jahr verschärft”, sagt von Nahmen. Kollegen würden an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert. Websites würden blockiert, die vollständige Einstellung von Printmedien und Akkreditierungsentzüge seien für Medienorganisationen in Belarus alltäglich geworden. Unabhängige Journalisten würden auf der Straße verhaftet, wenn sie von Kundgebungen berichteten und seien nicht mehr geschützt, selbst wenn sie sich als Pressevertreter zu erkennen gäben. Es gebe auch Berichte, dass Mitglieder der Medien von Sicherheitskräften ins Visier genommen würden. 

“Journalismus ist kein Verbrechen” 

“Es ist entscheidend, dass die belarussische Regierung die Schikanen gegen Journalisten sowie Medien und Organisationen beendet”, sagt von Nahmen. “Die Menschen in Belarus brauchen unabhängige Informationen, um freie, fundierte Entscheidungen zu treffen. Journalismus ist kein Verbrechen, sondern ein wichtiger Dienst für demokratische Gesellschaften.” 

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Der Belarussische Journalistenverband berichtet, Journalisten hätten in diesem Jahr mehr als 130 Begegnungen mit Sicherheitskräften gehabt, darunter Angriffe und Verhaftungen. Im Jahr 2020 wurden Medienschaffende 477 Mal festgenommen und verbrachten insgesamt 1200 Tage hinter Gittern. Zu den ersten Inhaftierten gehörte Alexander Burakov, ein DW-Korrespondent. Im Mai 2021 wurde er zu 20 Tagen Haft verurteilt. 

se/AR (DW)




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