Ein harter und direkter Schlagabtausch | Aktuell Amerika | DW

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Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, hat nach Abschluss der Gespräche im kalten Anchorage, Alaska, von einem erwarteten “harten und direkten” Austausch gesprochen. Der höchste Verantwortliche der Kommunistischen Partei Chinas für die Außenpolitik, Yang Jiechi, verließ den Raum, ohne mit Reportern zu sprechen. Später soll er laut der Nachrichtenagentur Xinhua das Treffen als “offen, konstruktiv und nützlich” bewertet haben. Eigenwilligkeiten dominierten sämtliche Gesprächsrunden der vergangenen zwei Tage.

Alaska, Anchorage - US-Sicherheitsberater Jake Sullivan neben Außenminister Antony Blinken

US-Sicherheitsberater Jake Sullivan (r.) neben Außenminister Antony Blinken

US-Außenminister Antony Blinken wies in Anchorage darauf hin, die Wirtschaftsmächte hätten Bereiche gefunden, in denen sich ihre Interessen überschnitten. Als Themen nannte er Iran, Nordkorea, Afghanistan und die Klimakrise. Blinken erklärte weiter, die US-Seite habe zudem offen ihre Sorge wegen Chinas wachsendem Einfluss in Hongkong, seiner Drohungen gegen Taiwan und wegen der Unterdrückung der Minderheit der Uiguren vorgebracht. Peking weist die Kritik zurück und spricht von Einmischung in innere Angelegenheiten.

“Aber wir waren auch in der Lage, in diesen vielen Stunden ein sehr offenes Gespräch über eine weitreichende Agenda zu führen”, ergänzte der US-Minister.

Biden: Ich bin sehr stolz

Amerikas Präsident Joe Biden stärkte Blinken anschließend den Rücken. “Ich bin sehr stolz auf den Außenminister”, sagte der Demokrat. Auch hochrangige Republikaner wie Senator Ben Sasse unterstützten das Vorgehen. “Ich habe viele politische Meinungsverschiedenheiten mit der Biden-Regierung”, sagte er. “Aber jeder einzelne Amerikaner sollte geschlossen gegen Tyrannen aus Peking zusammenstehen.”

Beim ersten Aufeinandertreffen am Donnerstag hatten sich die Außenminister der USA und Chinas vor laufenden Kameras von Angesicht zu Angesicht gegenseitig mit scharfen Vorwürfen überzogen. Diese reichten von Menschrechtsfragen über unfaire Handelspraktiken bis hin zu ungerechtfertigten Machtansprüchen. Statt wie erwartet wenige Minuten vor die Journalisten treten, bevor sich die Delegationen hinter verschlossene Türen zurückzogen, dauerte der Schlagabtausch länger als eine Stunde.

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Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter erklärte später, nach dem Abzug der Presse hätten sich beide Seiten “sofort dem Geschäftlichen” zugewandt und substanzielle und direkte Gespräche geführt.

Biden hat das extrem gespannte Verhältnis zwischen beiden Ländern von seinem Vorgänger Donald Trump geerbt. Der genaue Kurs gegenüber Peking ist noch offen, doch stellte Biden bereits klar, dass er China als den wichtigsten Konkurrenten der USA in den kommenden Jahrzehnten ansieht – wirtschaftlich, politisch und militärisch.

se/wa (afp, ap, dpa, rtr)




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