Eine Kindheit zwischen Bombenhagel und Minenfeld | Aktuell Welt | DW

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Weltweit wächst laut einem Bericht fast jedes fünfte Kind in unmittelbarer Nähe von Schlachtfeldern auf. 426 Millionen unter 18-Jährige lebten demnach 2019 in Konfliktgebieten, wie die Hilfsorganisation Save the Children mitteilt. “Hinter den nackten Zahlen verbergen sich schreckliche Kinderschicksale”, so Susanna Krüger, die Vorstandsvorsitzende der Hilfsorganisation in Deutschland.

Dem Bericht “Krieg gegen Kinder” zufolge wurden seit 2010 durchschnittlich 25 Kinder pro Tag verstümmelt oder getötet. Im vergangenen Jahr waren es 10.300 Mädchen und Jungen. Mehr als ein Drittel von ihnen wurde demnach Opfer von Explosivwaffen wie Raketen, Granaten, Landminen und Streubomben.

Die gefährlichsten Staaten für Kinder waren 2019 laut Save-the-Children-Bericht Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik. Eine Rangfolge sei aufgrund der Datengrundlage nicht möglich.

Kinder als Opfer von Verbrechen

Die Zahl der von den Vereinten Nationen erfassten Verbrechen an Kindern stieg laut Bericht 2019 auf ein Rekordhoch von rund 26.200. Dazu kämen zahlreiche unentdeckte Taten, so die Autoren des Berichts – vor allem im Bereich der sexuellen Gewalt.

Susanna Krüger

Save-the-Children-Vorstand Krüger: “Schreckliche Kinderschicksale”

Zu den schweren Verbrechen an Kindern gehören nach Definition der UN Tötung und Verstümmelung, die Rekrutierung als Kämpfer, Entführungen, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, die Verweigerung des Zugangs zu humanitärer Hilfe sowie sexuelle Gewalt. Die Gesamtzahl der in Konfliktgebieten lebenden Jungen und Mädchen erreichte 2019 den zweithöchsten Wert der Erhebung, hinter 2017 mit 433 Millionen.

Besonders häufig wurde Kindern laut Save the Children der Zugang zu humanitärer Hilfe verweigert. Mehr als 4400 Mal sei das im Jahr 2019 der Fall gewesen – fast dreimal so häufig wie 2017 – zuvor das Jahr mit den meisten Fällen. Der starke Anstieg gehe zu weiten Teilen auf die Lage im Jemen zurück. Außerdem seien erstmals die palästinensischen Autonomiegebiete, der Sudan und Libyen berücksichtigt worden.

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Beschränkungen beim Waffenhandel gefordert

Die Untersuchung wurde von Friedensforschern des norwegischen Prio-Instituts durchgeführt und stützt sich auf Daten von Konfliktforschern der Universität Uppsala in Schweden sowie auf Bevölkerungszahlen etwa von den UN.

Save the Children fordert die Staatengemeinschaft auf, den Einsatz und den Handel mit Explosivwaffen einzuschränken und Verletzungen internationaler Vereinbarungen in diesem Bereich zu bestrafen. Darüber hinaus sollten Kinderschutzprogramme in der humanitären Hilfe kontinuierlich und verstärkt gefördert werden. “Mädchen und Jungen müssen in Sicherheit und Frieden aufwachsen können”, fordert die Save-the-Children-Vorstandsvorsitzende Krüger.

AR/rb (afp, dpa, epd)




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