EMA gibt grünes Licht für Impfung von Jugendlichen mit BioNTech/Pfizer | Aktuell Europa | DW

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Das gab die Behörde nach einer außerordentlichen Sitzung des EMA-Ausschusses für Humanmedizin in Amsterdam bekannt. Ursprünglich war die Zulassungsentscheidung erst für Juni erwartet worden, die EMA hatte das Verfahren jedoch beschleunigt. Der deutsche Hersteller BioNTech und sein US-Partner Pfizer hatten die Erweiterung der Zulassung des Impfstoffes auch für 12- bis 15-Jährige beantragt und dazu Studien über eine sehr gute Wirksamkeit und Verträglichkeit vorgelegt.

Damit ist das Vakzin Comirnaty von BioNTech/Pfizer nun der erste Corona-Impfstoff für Kinder mit EU-Zulassung. Bislang darf der Biontech/Pfizer-Impfstoff ab einem Alter von 16 Jahren verabreicht werden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte ihre Notfall-Zulassung für Comirnaty bereits am 10. Mai auf Zwölf- bis 15-Jährige ausgeweitet. Dort wird der Impfstoff bereits seit einigen Wochen auch bei Jugendlichen und älteren Kindern angewendet.

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Stiko bliebt vorsichtig

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hat allerdings angedeutet, dass sie auch im Fall einer EMA-Zulassung womöglich keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder geben will, sondern nur für vorerkrankte Kinder.

Die Kommission pocht in der Debatte über Impfungen von Kindern und Jugendlichen auf die Anwendung von medizinischen und nicht von politischen Kriterien. Der Kommissionsvorsitzende Thomas Mertens warnte in der “Rheinischen Post”, dass die Diskussion auch vom Wahlkampf überlagert werde. “Es gehen zu viele Argumente durcheinander, die nicht zusammengehören, und natürlich steht auch der Wahltag vor der Tür”, sagte Mertens.

Er erhoffe sich für die Debatte “Abkühlung und rationales Denken”, sagte der Kommissionsvorsitzende weiter. Er lehnte es auch erneut ab, den Impfstatus von Schülerinnen und Schülern mit der Frage der Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht an den Schulen zu verknüpfen. “Wenn die gesunden Kinder die Impfung nicht zu ihrem Schutz benötigen, ist die Verknüpfung falsch”, hob er hervor.

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Auch Stiko-Mitglied Martin Terhardt warnte davor, bei Impfempfehlungen für Kinder und Jugendliche politischen Druck auszuüben. “Wir sind ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium”, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Die Impfkommission werde wie auch sonst “nach wissenschaftlichen Kriterien entscheiden und nicht nach politischen”, stellte er klar.

Terhardt selbst verwies auf mögliche Risiken bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen. “Was wir eben noch nicht ganz genau kennen, sind die seltenen Impfrisiken”, daher neige er eher zur Zurückhaltung. Allerdings sei die wissenschaftliche Bewertung noch nicht abgeschlossen. Die Kommission warte noch auf Daten aus den USA, die allerdings erst in einigen Monaten vorliegen dürften.

kle/qu (dpa, afp, rtr)




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