Entschädigung für indigene Missbrauchsopfer | Aktuell Amerika | DW

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Mit Opfervertretern sei eine grundsätzliche Einigung über Finanzmittel von 40 Milliarden kanadischen Dollar (etwa 28 Milliarden Euro) erzielt worden, teilte die Regierung in Ottawa mit. Die Hälfte dieser Summe seien Entschädigungszahlungen an Opfer und deren Familien, für Kinder, die zwischen 1991 und 2021 von Eltern und Erziehungsberechtigten genommen wurden und in die Heime kamen, hieß es. Die andere Hälfte solle in langfristig angelegte Reformen des Heim- und Sozialsystems fließen.

„Keine Entschädigungssumme kann das Trauma wiedergutmachen, das die Menschen erlebt haben“, sagte die zuständige Ministerin Patty Hajdu. Mit der Einigung würden jedoch „der Schaden und der Schmerz“ der Überlebenden und ihrer Familien anerkannt.

Mit dem Geld will die Regierung einen Rechtsstreit beilegen. In einem historischen Urteil hatte Kanadas Gericht für Menschenrechte festgestellt, dass indigene Kinder unter der unzureichenden Finanzierung der Kinder- und Familiendienste in ihren Gemeinden durch die Regierung zu leiden hatten, was zur Trennung von Familien geführt habe. 

Die geplante Höhe der Entschädigungssumme für überlebende Opfer und Familien war bereits Mitte Dezember von der Regierung bekanntgegeben worden. Damals stand eine offizielle Einigung mit den Opfervertretern jedoch noch aus.

Knochenfunde im vergangenen Jahr rüttelten Kanada auf

Kanadas Regierung steht auch nach dem Fund der sterblichen Überreste hunderter indigener Kinder in anonymen Massengräbern in der Nähe früherer und meist von der katholischen Kirche geführter Internate unter großem Druck. UN-Menschenrechtsexperten hatten von der Regierung in Ottawa und dem Vatikan im Sommer 2021 umfassende Aufklärung gefordert. Premierminister Justin Trudeau hatte Papst Franziskus aufgefordert, nach Kanada zu kommen und sich zu entschuldigen. Er selbst bat um Verzeihung und ließ die Flaggen an öffentlichen Gebäuden über Monate auf halbmast wehen.

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Opfer eines „kulturellen Genozids“

Im Kanada waren seit 1874 rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt worden. Sie wuchsen dort völlig isoliert von ihren Familien, ihren Gemeinden und ihrer Kultur auf. Sie sollten die Feste, Lieder, Sprache, Religion und die Traditionen der europäischen Einwanderer erlernen – und ihre eigenen vergessen.

Die kanadische Regierung hatte sich im Jahr 2008 offiziell für die Umerziehung der Ureinwohner entschuldigt. Im Jahr 2015 stellte eine staatliche Untersuchungskommission fest, sie seien Opfer eines „kulturellen Genozids“ geworden.

qu/wa (dpa, afp)




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