Erbitterte Kämpfe in Berg-Karabach fordern immer mehr Opfer | Aktuell Europa | DW

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Trotz internationaler Appelle zur Beendigung der Gewalt halten die erbitterten Kämpfe um die Südkaukasusregion Berg-Karabach an. Nach Darstellung Armeniens rückten Truppen Aserbaidschans aus nördlicher und südlicher Richtung “mit starken Einheiten” in der Region vor. Das Verteidigungsministerium in Eriwan sprach von “heftigen Gefechten”. Dabei seien 51 Kämpfer von Berg-Karabach getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Baku wiederum teilte mit, die Stadt Terter und mehrere Dörfer auf eigenem Gebiet seien von gegnerischen Streitkräften beschossen worden. 

Stepanakert weiter unter Beschuss

Am siebten Tag des Konflikts waren erneut auch Schüsse in Stepanakert, der Hauptstadt der selbsternannten Republik Berg-Karabach, zu hören. Am Freitag hatte die Armee Aserbaidschans durch schweres Artilleriefeuer mehrere Gebäude in Stepanakert zerstört. In der Nacht soll wiederum Armenien 19 aserbaidschanische Dörfer beschossen haben. Daraufhin teilte die aserbaidschanische Armee mit, sie habe mit einem “Gegenschlag” geantwortet und gegnerische Positionen eingenommen.

Verwüstete Wohnung in Berg-Karabachs Hauptstadt Stepanakert (Foto: David Ghahramanyan/NKR InfoCenterPAN Photo/AP/dpa/picture-alliance)

Verwüstete Wohnung in Berg-Karabachs Hauptstadt Stepanakert

Seit Beginn der Kämpfe am vergangenen Sonntag gibt es bisher nur unvollständige Berichte über die Opferzahlen. Demnach starben bisher mindestens 191 Menschen in Berg-Karabach, darunter 158 pro-armenische Kämpfer sowie insgesamt über 30 Zivilisten auf beiden Seiten. Die Angaben sind vermutlich aber viel zu niedrig; die Regierung in Baku meldet bisher keine Armeeopfer. Auch gab es Berichte über fast 30 Tote unter pro-türkischen Kämpfern aus Syrien, die offenbar an der Seite Aserbaidschans kämpfen.

“Das sind Falschnachrichten”

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew sagte in einem Interview des Fernsehsenders Al Jazeera, dass der Rückzug der armenischen Streitkräfte aus den “besetzten Gebieten” seines Landes eine Vorbedingung für einen Waffenstillstand sei.

Alijew ging auch auf Vorwürfe an die Türkei ein, tausende Söldner aus den Kriegsgebieten in Syrien und Libyen in den Südkaukasus verlagert zu haben. Auch Russland hatte von plausiblen Hinweisen darauf gesprochen. “Das sind Falschnachrichten”, sagte Alijew dazu in dem Interview. Es gebe keinen einzigen Beweis für ausländische Kämpfer in Aserbaidschan. “Was wir machen, machen wir selbst”, erklärte der Staatschef. Auch die Türkei sei nicht in den Konflikt verwickelt. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, während Armenien Russland als Schutzmacht sieht. 

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew (Foto: Azerbaijan's Presidential Press Office/AP/picture alliance)

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Aserbaidschans Präsident Alijew dementiert Vorwürfe, dass auf seiner Seite ausländische Söldner kämpften

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von christlichen Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren hatte Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet verloren. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird aber international nicht anerkannt.

sti/ml (afp, dpa, rtr)




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