Eritreas Hauptstadt von Äthiopien aus beschossen? | Aktuell Afrika | DW

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Es mehren sich die Berichte, dass Raketen von der Region Tigray im Norden Äthiopiens auf Asmara, die Hauptstadt Eritreas, abgefeuert wurden. Nach Angaben mehrerer Diplomaten, die ungenannt bleiben wollen, schlugen am Samstagabend mehrere Geschosse in Asmara ein. Mindestens zwei davon hätten den Flughafen der Stadt getroffen. Der Radiosender Erena berichtete unter Berufung auf Einwohner von insgesamt vier Explosionen. Auch bei Twitter sind Luftschläge auf Asmara ein Thema:

Damit droht sich der Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der abtrünnigen Region Tigray, die sich von der Zentralregierung in Addis Abeba nicht vertreten fühlt und größere Autonomie will, auf das Nachbarland auszuweiten, das bis 1993 ein Teil Äthiopiens war.

TPLF erkennt Regierungschef Abiy nicht mehr an

Die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF hatte zuvor damit gedroht, Ziele in Eritrea anzugreifen. Sie wirft Eritrea vor, Addis Abeba im Konflikt mit der TPLF zu unterstützen. Am Dienstag hatte die TPLF erklärt, Eritrea habe Soldaten über die Grenze geschickt, um den Truppen von Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed zu helfen. Beweise legte sie nicht vor. Eritrea wies die Vorwürfe zurück.

Hintergrund der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Abiy und der TPLF sind ethnische Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen der Tigrayer und Oromo, denen Abiy angehört. Die TPLF war mehr als 25 Jahre lang die dominante politische Kraft Äthiopiens. Doch als Abiy 2018 an die Macht kam, entfernte er im Zuge von Reformen viele Funktionäre der alten Führungsriege und formte eine Einheitsregierung ohne Beteiligung der TPLF.

Äthiopien Konflikt Tigray | Grenzort Hamdait, Flüchtlinge (El Tayaeb Siddig/REUTERS)

Tausende Äthiopier fliehen vor den Kämpfen in den benachbarten Sudan – hier über den Fluss Setit

In Tigray hatte es bereits in den vergangenen Monaten Spannungen gegeben. Der Konflikt eskalierte im September, als Addis Abeba die Regionalregierung im Norden für illegitim erklärte und diese im Gegenzug Abiys Regierung nicht mehr anerkennen wollte. Am 4. November kündigte der Premierminister nach einer angeblichen Attacke der TPLF auf einen Armeestützpunkt den Militäreinsatz gegen Tigray an, verhängte einen sechsmonatigen Ausnahmezustand über die Region und ließ sie abriegeln. Seit über einer Woche lässt Abiy die Region Tigray bombardieren. Die hat ihrerseits nach Schätzungen mehr als 200.000 Milizionäre mobilisiert.

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Abiy erhielt 2019 für seine Bemühungen um eine Aussöhnung mit dem benachbarten Eritrea den Friedensnobelpreis. Eritrea und Äthiopien hatten vor zwei Jahren ein Friedensabkommen geschlossen, nachdem sie vor Jahrzehnten einen blutigen Grenzkrieg (1998-2000) ausgefochten hatten. Die ethnischen Konflikte in dem Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern nahmen unter Abiy wieder zu.

qu/ml (rtr, afp, ap)




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