Erneut Proteste gegen Militärputsch in Myanmar | Aktuell Asien | DW

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Auch am Sonntag zog eine große Menschenmenge durch die Straßen der Wirtschaftsmetropole Rangun. Einige Quellen sprechen sogar von Zehntausenden, die in der größten Stadt Myanmars demonstrierten. Viele trugen rote Kleidung und hielten als Zeichen des Protests drei Finger in die Luft. Rot ist die Farbe der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) der festgenommenen De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi.

Myanmar Rangun | Proteste gegen Militärregierung

Ein Großaufgebot der Polizei ist in Rangun gegen die Demonstranten in Stellung gegangen

Am Ort der Demonstration nahe der Universität in Rangun fuhren Polizeifahrzeuge und Wasserwerfer auf. “Wir machen weiter, bis wir Demokratie bekommen. Nieder mit der Militärdiktatur”, sagte der 37-jährige Demonstrant Myo Win der Nachrichtenagentur AFP. Andere Demonstranten skandierten “Wir wollen keine Militärdiktatur! Wir wollen Demokratie!” und schwenkten NLD-Fahnen.

Schicksal Aung San Suu Kyis ungewiss

Autos hupten und die Vorbeifahrenden zeigten Fotos von Suu Kyi. Bilder davon wurden via Facebook verbreitet und sind in den wenigen Social-Media-Posts zu sehen, die aus dem Land in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurden. Denn die Militärs haben nach dem Putsch das Internet gesperrt und die Nutzung von Telefonen stark beschränkt. Inzwischen soll das Internet aber wieder funktionieren, zumindest in der Metropole Yangon.

Über das Schicksal der in Haft genommenen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und des Präsidenten Win Myint gibt es keine Informationen. Gerüchte über ihre Freilassung sorgten am Samstag für Jubel unter ihren Anhängern, wurden von ihren Anwälten aber umgehend für falsch erklärt.

Proteste im ganzen Land

Auch in weiteren Städten Myanmars kam es zu Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmern. Von der Militärjunta in der Hauptstadt Naypidaw gab es keine Stellungnahmen zu den Protesten. Seit dem Putsch am vergangenen Montag wurden nach Angaben des UN-Sonderbeauftragten für Myanmar, Thomas Andrews, mindestens 160 Menschen festgenommen.

Myanmar Rangun | Proteste gegen Militärregierung

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Tausende Demonstranten protestierten den zweiten Tag in Folge gegen den Militärputsch

Am Samstag hatte es in Myanmar die bislang größten Demonstrationen seit dem Putsch am vergangenen Montag gegeben. Obwohl das Militär versuchte, mit der Abschaltung des Internets und einem großen Polizeiaufgebot den Protest zu unterdrücken, gingen in Rangun und anderen Städten Zehntausende Menschen auf die Straße.

Die Militärführung hatte am Montag mit einem Staatsstreich die Macht in Myanmar an sich gerissen und die Zivilregierung abgesetzt. Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels. Zuvor war Myanmar bis 2011 fast fünf Jahrzehnte lang von einer Militärjunta geführt worden.

mak/AR (rtr, afp)




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