Erneute Entführung von Schülern in Nigeria vereitelt | Aktuell Afrika | DW

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Im Norden Nigerias ist es der Polizei gelungen, eine weitere Entführung von Schulkindern zu verhindern. Bewaffnete hatten im nordwestlichen Bundesstaat Katsina zunächst 80 Teilnehmer einer Koranschule in ihre Gewalt gebracht. Nach Angaben eines Polizeisprechers konnten nach einem heftigen Feuergefecht aber alle Personen befreit werden. Die Suche nach den entkommenen Tätern sei nun in vollem Gange. Unklar ist, um wen es sich dabei handelt.

Die Tat trägt die Handschrift der sunnitischen Terrormiliz Boko Haram beziehungsweise ihrer Splittergruppen, die seit Jahren die Bevölkerung im Norden des Landes terrorisieren.

Erst vor einer Woche kam es in Katsina zu einer Massenentführung durch Boko Haram. Am Freitag wurden 344 Schüler freigelassen. Unklar ist allerdings bis heute, ob sich noch weitere Schüler in der Gewalt der Entführer befinden. Einheimische sprechen von bis zu 500 entführten Kindern.

Die Freilassung der Jungen sei eine “enorme Erleichterung für das ganze Land und die Weltgemeinschaft”, schrieb Staatschef Muhammadu Buhari auf Twitter und kündigte ein verstärktes Vorgehen gegen die Gewalt in der Region an.

Boko Haram ist normalerweise im Nordosten Nigerias aktiv. Im Bundesstaat Katsina waren die Kämpfer bislang kaum in Erscheinung getreten. Experten hatten jedoch kürzlich davor gewarnt, dass sich die Gruppe mit kriminellen Banden im Nordwesten verbünden könnte.

Angst vor Entführungen immer präsent

Mehrere Eltern der entführten Schüler sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten angesichts der zunehmenden Gewalt in der Region schon länger einen Anschlag befürchtet. “Unsere Kinder haben uns erzählt, dass bewaffnete Männer an den Zaun der Schule kommen würden, aber sie haben die Absperrung nie überschritten – bis zum vergangenen Freitag”, erklärte die Mutter eines entführten Kindes.

Nigeria Katsina | Boko Haram-Angriff auf Schule | Freilassung

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Unter Polizeischutz wurden die traumatisierten Schüler ihren Eltern übergeben

Wie aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, waren die Schüler nach Verhandlungen zwischen den Entführern und der Regierung in einem Wald ausgesetzt worden. Sie sind mittlerweile in die Obhut ihrer Familien zurückgekehrt. Dort berichteten sie von Schlägen durch die Entführer, Schlafmangel, Hunger sowie tagelangen Gewaltmärschen. Viele hatten unterwegs ihre Schuhe verloren.

Weiterhin unklar ist die Frage, ob Lösegeld für die Freilassung gezahlt wurde. Obwohl der zuständige Gouverneur Amina Masari das verneint, halten Beobachter wie Nnamdi Obasi von der International Crisis Group eine Lösegeldzahlung für denkbar. Es sei durchaus üblich, dass Terrorgruppen wie Boko Haram sich mit Lösegeld finanzieren. Die Organisation kämpft seit 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias und verübt dort immer wieder Anschläge. 

djo/fab (afp, dpa)




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