Erneuter Umsturz im Sudan | Aktuell Afrika | DW

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Mindestens fünf führende Politiker sollen im Sudan am frühen Montagmorgen in Gewahrsam genommen worden sein. Die Festnahmen hätten in ihren Häusern stattgefunden, hieß es aus Regierungskreisen. Nach Angaben des Fernsehsenders Al Hadath TV mit Sitz in Dubai soll sich Ministerpräsident Abdullah Hamdok im Hausarrest befinden. Eine nicht identifizierte militärische Einheit belagere sein Haus, berichtet der Sender unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Unbestätigten Informationen zu Folge ist der Flughafen der Hauptstadt Khartum geschlossen worden. Auch das Internet sowie das Telefonnetz sollen vorübergehend abgeschaltet worden sein. Mehrere Quellen berichten, dass sich Demonstranten mit sudanesischen Fahnen auf den Straßen Khartums versammeln und Blockaden aus brennenden Reifen errichten.

Abdalla Hamdok

Ministerpräsident Hamdok: Unter Hausarrest?

Die Sudanese Professionals Association (SPA), ein 2016 gegründeter und politisch aktiver Gewerkschaftsbund, rief angesichts des Putschversuchs zu einem landesweiten Generalstreik und zivilem Ungehorsam auf. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, versuchen das Militär und eine schnelle Einsatztruppe bereits, die Proteste wieder aufzulösen.

Im Sudan hatte nach dem Sturz des autoritären Langzeit-Machthabers Omar al-Baschir im April 2019 ein sogenannter Souveräner Rat unter Führung von Ministerpräsident Abdullah Hamdok die Regierungsgeschäfte übernommen, in dem sich Militärs und Zivilisten die Macht teilen.   Das ostafrikanische Land befindet sich seitdem in einer fragilen Übergangsphase, die 2023 mit der Einsetzung einer zivilen Regierung enden sollte. Eine hohe Inflation, wirtschaftliche Schwierigkeiten und tiefe politische Spaltungen  verschärfen die Lage.

Demonstration von Anhängern einer Zivilregierung in Khartum (21.10.2021)

Demonstration von Anhängern einer Zivilregierung in Khartum (am Donnerstag)

In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Protesten verschiedener Gruppen gekommen. Dabei war von der einen Seite die sofortige Einsetzung einer rein zivilen Regierung, von der anderen die Absetzung der amtierenden Übergangsregierung durch das Militär gefordert worden. Zudem gab es den Behörden zufolge immer wieder Versuche von Anhängern al-Baschirs, die Regierung zu schwächen oder zu stürzen.

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Im März vergangenen Jahres war Hamdok einem Attentatsversuch entkommen, als sein Autokonvoi von Unbekannten beschossen wurde. Im darauffolgenden Herbst kam es zu einem ersten Putschversuch durch das Militär.

Karte Sudan DE

djo/AR (afp, ape, rtr)

 




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