Erste Festnahmen in Zusammenhang mit Kunstraub im Grünen Gewölbe | Aktuell Deutschland | DW

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Bei einer Großrazzia in Zusammenhang mit dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden sind drei Tatverdächtige festgenommen worden. Die Festnahmen erfolgten durch Spezialkräfte in Berlin, wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Schwerpunkt des Einsatzes sei der Berliner Stadtteil Neukölln.

Die festgenommenen deutschen Staatsbürger gehören nach Angaben aus Ermittlerkreisen dem Berliner Clan-Milieu an. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft ihnen schweren Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vor. Sie sollen noch an diesem Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Mehr als 1600 Polizisten im Einsatz

An dem Großeinsatz sind nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft mehr als 1600 Polizeibeamte unter Führung der Soko “Epaulette” beteiligt. Neben Einsatzkräften aus Sachsen seien auch Spezialeinsatzkräfte des Bundes und der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an den Maßnahmen beteiligt.

Spezialkräfte der Polizei bei der Durchsuchung einer Wohnung in Berlin (Foto: Hannibal Hanschke/REUTERS)

Spezialkräfte der Polizei bei der Durchsuchung einer Wohnung in Berlin

Derzeit würden 18 Objekte durchsucht, darunter zehn Wohnungen sowie Garagen und Fahrzeuge. Im Zentrum des Einsatzes stehe “die Suche nach den entwendeten Kunstschätzen und möglichen Beweismitteln wie Speichermedien, Bekleidungsstücken und Werkzeugen”, erklärte die Polizei Sachsen auf Twitter. 

Einbruch im Residenzschloss binnen Minuten

Schon allein das Aufgebot, mit dem die Polizei nach den Dieben fahndet, zeigt, welche Bedeutung diesem Kunstraub beigemessen wird. Als am 25. November 2019 mehrere Täter in das Historische Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eindrangen, stahlen sie binnen Minuten mehrere Juwelengarnituren aus einer Vitrine. Dieser Diebstahl treffe “mitten ins Herz”, wie es Kulturstaatsministerin Monika Grütters kurz danach erschüttert formulierte. Es handelt sich bei den gestohlenen Objekten um unersetzbare Kunstwerke: die Diamantrosen- und Brilliantgarnitur sowie den Brilliantschmuck der sächsischen Königinnen. Dazu gehören ein Kleinod und ein Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens, die Große Brustschleife, eine Kette aus sächsischen Perlen, eine Epaulette und ein mit über 770 Diamenten besetzter Degen. Damals twitterte die Polizei: 

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Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, zu denen das Grüne Gewölbe gehört, bezeichnete diese Werke gar als einen “Staatsschatz” und Monika Grütters ergänzte, “diese Stücke machen unsere Identität als Kulturnation aus”. 

Geplanter Einbruch binnen Minuten

Was war passiert? Die Diebe hatten am 25. November 2019 morgens gegen fünf Uhr ein Gitter durchtrennt und ein Fenster eingeschlagen, um in das ehemalige Residenzschloss einsteigen zu können. Die Aufnahmen der Überwachungskamera zeigten mindestens zwei Täter. Zuvor hatten die Täter wohl auch einen Stromkasten in Brand gesetzt, der zu einem Stromausfall der Straßenlaternen geführt hatte. Anschließend flohen sie mit einem Auto. Die Kunsthistorikerin Ulli Seegers, die jahrelang die deutsche Filiale des Art Loss Register leitete, erklärte im DW-Interview kurz nach dem Diebstahl, dass Juwelen ein besonders begehrtes Raubgut seien, weil allein der Materialwert immens sei. Anders als bei Gemälden sei außerdem der Wiederkennungswert von Diamanten gering, weil sie “sich einfach zerstören und in Einzelteile zerlegen lassen”. Die Aufklärungsquote, so Seegers weiter, sei noch geringer als beim Diebstahl von Kunstwerken. 

sti/so/ww (afp, dpa, epd) 

 

 

 




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