Europa kappt Flugverbindungen mit Großbritannien | Aktuell Europa | DW

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Immer mehr europäische Staaten wollen den Flugverkehr von und in das Vereinigte Königreich stoppen, nachdem Länder wie Belgien und die Niederlande vorgeprescht sind. Auch Deutschland schränkt die Reisemöglichkeiten ein. Wegen der neuen Variante des Corona-Virus wurde ein Landeverbot für Flüge aus Großbritannien und Nordirland verfügt, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte. Man berufe sich dabei auf eine EU-Verordnung, damit könne die Regelung ab Mitternacht zunächst bis zum 31. Dezember gelten. Ausgenommen sind reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder wenn Jets nur mit Crews an Bord nach Deutschland zurückkehren. An weiteren Regelungen werde noch gearbeitet. Auch die Verbindungen nach Südafrika sollen eingeschränkt werden, hieß es aus Berlin. Die mutierte Variante des Virus war in dem afrikanischen Land ebenfalls entdeckt worden.

Auch Frankreich und Irland verhängten ein Verbot von Flügen aus Großbritannien. Die zuständigen Behörden teilten am Sonntagabend mit, die Regelung gelte ab Mitternacht zunächst bis zum 31. Dezember.

Festung gegen britische Corona-Variante

Nach einem bislang unbestätigten Bericht der “Bild”-Zeitung strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Total-Abriegelung Europas für Reisen von und nach Großbritannien bis zum 6. Januar an. Anfang der Woche soll demnach die EU über die komplette Einstellung des Personenverkehrs zwischen dem europäischen Festland und dem Königreich entscheiden.

Symbolbild Europa schottet sich von UK ab | Merkel

Kanzlerin Merkel will das Überspringen der neuen Corona-Variante auf das Festland mit harten Maßnahmen verhindern

Die Bundeskanzlerin, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, erörterten in einem Telefonat die neue Lage. Nach Angaben aus Elysée-Kreisen habe ein gemeinsames Vorgehen im Mittelpunkt der Gespräche gestanden. Es gehe darum, Einfallstore für das Virus zu schließen.

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Die Virus-Mutation ist nach britischen Behördenangaben bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form und weitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an. Auch die Landesteile Wales und Schottland verschärften die Restriktionen. 

Wirken die neu entwickelten Impfstoffe?

Die Regierung in London äußerte sich besorgt über die Virus-Mutation. “Sie ist außer Kontrolle, und wir müssen sie wieder unter Kontrolle bekommen”, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock in der BBC.

Symbolbild Europa schottet sich von UK ab | Eurotunnel

Der Frachtverkehr durch den Eurotunnel nach Großbritannien soll aufrechterhalten werden

Ersten Analysen britischer Wissenschaftler zufolge verfügt die neue Variante über ungewöhnlich viele genetische Veränderungen, vor allem im Spike-Protein. Dieses Protein benötigt das Virus, um in Zellen einzudringen. Der in Großbritannien eingesetzte Impfstoff des deutschen Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer erzeugt eine Immunantwort gegen genau dieses Protein. Deswegen gibt es die Befürchtung, dass der Impfstoff gegen die neue Variante möglicherweise nicht wirkt. Nach Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson gibt es aber keine Hinweise darauf, dass die Mutation schwerere Krankheitsverläufe oder eine höhere Sterblichkeitsrate auslöse oder dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

Die Mutation des Coronavirus ist in Deutschland noch nicht nachgewiesen worden, wie der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, bei Twitter schrieb.

qu/kle (dpa, afp, rtr)




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