Ex-Parlamentspräsident des Kosovo angeklagt | Aktuell Europa | DW

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Schwer bewaffnete Polizisten der Europäischen Union stürmten das Haus von Jakup Krasniqi am Rande der Kosovo-Hauptstadt Pristina. Sie durchsuchten es stundenlang und verhafteten den 69-jährigen Albaner. Anschließend wurde der ehemalige Sprecher der Kosovo-Befreiungsarmee UCK und Politiker an ein Gericht in Den Haag überstellt.

Dieses war eigens 2015 eingerichtet worden, um die Verbrechen während des Kosovo-Kriegs 1998/1999 aufzuarbeiten. Die Kosovo-Albaner kämpften seinerzeit für die Unabhängigkeit der serbischen Provinz. Mehr als 13.000 Menschen starben im Kosovo-Krieg. Er endete, als sich die Streitkräfte des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic nach elfwöchigen NATO-Bombardements zurückzogen. Der Gerichtshof unterliegt kosovarischem Recht, ist jedoch mit internationalen Richtern und Staatsanwälten besetzt.

Kosovo Laszlo Koever (R) und Jakup Krasniqi (Laslzo Beliczay/dpa/picture alliance)

Jakup Krasniqi (l.) 2011 in Ungarn

“Jakup Krasniqi wurde heute verhaftet und in die Haftanstalt der Kosovo-Spezialkammer (KSC) in Den Haag überstellt”, teilte das Tribunal in einer Erklärung mit. Krasniqi werde wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

Er war über Jahre bis Mitte 2014 Parlamentspräsident der Republik Kosovo und ist derzeit Vorsitzender des Nationalrats der Sozialdemokratischen Initiative, einer Juniorpartei der Regierungskoalition im Kosovo.

Auch Kosovos Präsident Thaci wurde angeklagt

Das Gericht in Den Haag hat im Juni auch den kosovarischen Präsidenten Hashim Thaci angeklagt. Dem Mitbegründer und ehemaligen Führer der paramilitärischen UCK werden ebenfalls Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Er soll für etwa 100 Morde an Kosovo-Albanern, Serben, Roma und politischen Gegnern verantwortlich sein. Thaci wurde im Juli vor dem Tribunal zu den Anklagepunkten befragt, aber nicht formal verhaftet.

Niederlande Den Haag | Hashim Thaci Präsident Kosovo (Phil Nijhuis/AP/dpa/picture-alliance)

Hashim Thaci im Juli bei seiner Ankunft vor Gericht im niederländischen Den Haag

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Internationale Spannungen wegen des Kosovo bestehen bis heute. Die USA und der größte Teil des Westens erkennen das Kosovo, das sich 2008 für unabhängig erklärte, als souveränen Staat an – im Gegensatz zu Serbien und seinen Verbündeten Russland und China.

se/ww (rtr, afp)




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