Explosion überschattet Stichwahl im Niger | Aktuell Afrika | DW

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Bei dem Vorfall seien außerdem drei Menschen verletzt worden, hieß es von den Behörden. Bei der Stichwahl in dem westafrikanischen Land trat der frühere Präsident Mahamane Ousmane gegen Ex-Außenminister Mohamed Bazoum an. Beide hatten beim ersten Wahlgang Ende Dezember keine absolute Mehrheit erzielt. Sie bewarben sich um die Nachfolge von Staatschef Mahamadou Issoufou, der – wie von der Verfassung vorgesehen – nach seinen zwei Amtszeiten ausscheiden wird.

Erster demokratischer Wechsel

Dies sei ein großer Tag für den Niger, der erstmals in seiner Geschichte einen demokratischen Wechsel erlebe, sagte Issoufou nach seiner Stimmabgabe in der Hauptstadt Niamey. “Der Wechsel ist eingeleitet”, erklärte er.

Niger | Präsidentschaftswahlen in Niamey

Ein Wahllokal in der Hauptstadt Niamey

Bazoum gilt als Verbündeter des ausscheidenden Präsidenten und ging für die Regierungspartei PNDS ins Rennen. Ousmane gilt als der stärkste Kandidat der Opposition. Er kam 1993 als Nigers erster demokratisch gewählter Präsident an die Macht. Die Ergebnisse der Wahl werden Anfang der Woche erwartet.

Transitland für Migranten

Der Ausgang der Wahl ist nicht nur für den Niger, sondern auch für die Region und den Nachbarkontinent Europa wichtig. Der Niger ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen. In den vergangenen Jahren hatte Europa Druck auf die nigrische Regierung ausgeübt, den Menschenschmuggel einzudämmen.

Im Niger und den anderen Ländern dieser Region sind mehrere Terrorgruppen aktiv, die Al-Kaida oder dem “Islamischen Staat” (IS) die Treue geschworen haben. Zusammen mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso ist der Niger Teil der G5-Sahel-Gruppe, die diese Terrorgruppen bekämpfen will.

Auch Armut ist ein Problem

Der nächste Präsident wird neben der Terrorbekämpfung allerdings eine ganze Reihe weiterer Probleme bewältigen müssen. Der Niger ist auf dem UN-Index der menschlichen Entwicklung von 189 Ländern an letzter Stelle. Das Bevölkerungswachstum ist hoch und der Zugang zu Bildung und Gesundheit sehr niedrig. Die Regierung hat zudem in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte wenig Kontrolle, was neben dschihadistischen Gruppen auch kriminelle Netzwerke ausnutzen.

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haz/fw (dpa, afp)




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