Familie bekommt Millionen-Entschädigung | Aktuell Amerika | DW

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Die Stadt Columbus einigte sich mit der Familie des Opfers auf die Entschädigungssumme. “Kein Geldbetrag wird Andre Hill jemals zu seiner Familie zurückbringen, aber wir glauben, dass dies ein wichtiger und notwendiger Schritt in die richtige Richtung ist”, sagte der Anwalt der Stadt im Bundesstaat Ohio, Zach Klein. Als Teil des Vergleichs benennt die Stadt demnach auch eine Sporthalle nach dem Getöteten.

Umstrittener Polizeieinsatz – unverhältnismäßige Gewalt

Ein weißer Polizist hatte den unbewaffneten Andre Hill am 22. Dezember vergangenen Jahres erschossen. Die Polizei war gerufen worden, weil ein Mann nachts in einer offenen Garage ein Auto wiederholt startete und ausmachte. Als Hill aus der Garage mit einem Handy in der Hand auf die eintreffenden Polizisten zuging, wurde er erschossen. Der später aus dem Dienst entlassene Polizist gab an, er habe geglaubt, Hill habe eine Waffe bei sich gehabt. Eine Waffe wurde allerdings nicht gefunden. Der Ex-Polizist, der vier Schüsse abgefeuert hatte, wurde wegen Mordes angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, unverhältnismäßige Gewalt angewendet, dem Sterbenden nicht geholfen und Dienstpflichten missachtet zu haben.

Nicht die erste und nicht die höchste Entschädigung wegen Polizeigewalt

Die Familie dankte den Stadtvertretern nach der Einigung auf den Vergleich. Ihr Anwalt Ben Crump teilte mit, jetzt könne der Heilungsprozess für alle Beteiligten beginnen. Der US-Sender CNN berichtete, die nun vereinbarte Entschädigungssumme sei die höchste in der Geschichte der Stadt. Der Stadtrat müsse noch zustimmen.

USA Protest Polizeigewalt Andre Maurice Hill in Columbus Ohio

Erinnerung an dern Getöteten Andre Hill vor seinem Haus

Zu dem tödlichen Vorfall in Columbus kam es sieben Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod hatte international für Entsetzen gesorgt und landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze ausgelöst. In den USA werden immer wieder unbewaffnete Schwarze Opfer tödlicher Polizeigewalt.

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Wegen Floyds Tod sprach eine Jury im April den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin des Mordes zweiten Grades und in zwei weiteren Anklagepunkten schuldig. Er hatte minutenlang sein Knie auf Floyds Hals gepresst, obwohl dieser wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr. Das Strafmaß soll am 25. Mai verkündet werden. Floyds Angehörige bekamen eine Entschädigung von 27 Millionen Dollar zugesprochen. In einem anderen Fall, den tödlichen Polizeischüssen auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor im März 2020, erhielten die Angehörigen zwölf Millionen Dollar.

qu/gri (dpa, dpa, ap)




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