FBI nimmt Pipeline-Hackern Lösegeld ab | Aktuell Amerika | DW

FBI nimmt Pipeline-Hackern Lösegeld ab | Aktuell Amerika | DW

0 Von


“Wir haben den Spieß umgedreht”, verkündete Justiz-Staatssekretärin Lisa Monaco in Washington. Die Ermittler seien gegen das “gesamte Ökosystem” vorgegangen, das Angriffe mit Ransomware und digitale Erpressung befeuere, und hätten den größten Teil des millionenschweren Lösegeldes aufgespürt und “zurückgeholt”.

Der stellvertretende FBI-Direktor Paul Abbate erläuterte das Verfahren: Das in der Digitalwährung Bitcoin gezahlte Lösegeld sei bei der Überprüfung zahlloser anonymer Transaktionen in einer digitalen Geldbörse (Wallet) aufgespürt worden. 75 Bitcoin – nach damaligem Wert 4,4 Millionen Dollar – hatte das Versorgungsunternehmen Colonial Pipeline den Hackern bezahlt. 63,7 Bitcoin davon konnte das FBI beschlagnahmen – wegen des Absturzes der digitalen Währung in den vergangenen Wochen mit einem heutigen Wert von 2,3 Millionen Dollar. Es ist das erste Mal, dass eine eigens zum Einsatz gegen Ransomware und digitale Erpressung gegründete Einheit des Ministeriums Lösegeld beschlagnahmt hat.

Gezahlt trotz aller Warnungen

Lange Zeit war nicht bekannt gewesen, ob sich die Anfang Mai angegriffene Colonial Pipeline den Erpressern überhaupt gebeugt hatte. Denn sowohl US-Behörden als auch IT-Sicherheitsexperten raten Unternehmen dringend davon ab, Lösegeld zu zahlen. “Lösegeldzahlungen sind der Treibstoff, der den Motor der digitalen Erpressung anheizt”, erklärte Staatssekretärin Monaco. Ende Mai hatte Colonial-Chef Joseph Blount im “Wall Street Journal” eingeräumt, eine Zahlung von 4,4 Millionen Dollar autorisiert zu haben.

Colonial: Eine der wichtigsten Pipelines der USA

Colonial: Eine der wichtigsten Pipelines der USA

Jeden Tag fließen mehr als 2,5 Millionen Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) an Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Erdölprodukten durch die Colonial-Rohrleitungen. Das sind etwa 45 Prozent aller an der US-Ostküste verbrauchten Kraftstoffe. Infolge des Hacker-Angriffs hatte Colonial den Betrieb der Pipeline zeitweise komplett eingestellt. In Teilen der USA kam es zu Benzinengpässen und mitunter auch zu Turbulenzen.

Empfehlung:   Keine Strafzölle mehr wegen Boeing und Airbus | Aktuell Welt | DW

“Das war ein Angriff auf eine unserer wichtigsten nationalen Infrastrukturen”, sagte Lisa Monaco. Hinter der Tat vermutet die US-Regierung Hacker der Gruppe DarkSide aus Russland.

rb/AL (AFP, AP, dpa, Reuters)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.