Forscher finden neue Hinweise für Wasser auf dem Mond | Aktuell Welt | DW

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Lange Zeit hatte der Erdtrabant als knochentrocken gegolten. Dann jedoch fanden Wissenschaftler in Magma-Proben, die von Astronauten zur Erde gebracht wurden, Wassermoleküle. Zwei Studien zeigen nun: Wahrscheinlich gibt es auf dem Mond sogar mehr Wasser als gedacht.

Es gebe sowohl Hinweise auf Wassermoleküle auf der Oberfläche als auch auf Gegenden auf dem Mond, wo Wasser dauerhaft als Eis konserviert sein könnte, berichten zwei Wissenschaftlerteams im Fachmagazin “Nature Astronomy”.

Wissenschaftler untersuchen “Kältefallen”

In der ersten Studie analysierten Forscher um Casey Honniball von der University of Hawaii in Honolulu Daten der fliegenden Sternwarte “Sofia”. Bei der Untersuchung des Clavius-Kraters im Süden des Erdtrabanten fanden sie Hinweise auf Wassermoleküle. Diese könnten überwiegend in Glaskügelchen oder in Spalten zwischen Geröll auf der Oberfläche konserviert sein, vermuten sie. Generell gehen sie davon aus, dass Wassermoleküle in polnahen Gegenden eher vorkommen als in anderen Regionen, die näher am Mondäquator liegen.

In der zweiten Studie suchte ein Team um Paul Hayne von der University of Colorado gezielt nach Kratern, Spalten und kleinen Flächen, in denen Wassereis vorkommen könnte. Mit Daten der Nasa-Sonde “Lunar Reconnaissance Orbiter” und theoretischen Modellen fahndeten sie nach sogenannten Kältefallen – also dauerhaft im Schatten liegenden Zonen, wo Wassereis wegen der ständigen Kälte konserviert sein könnte. Dazu zählen neben Einschlagkratern auch kleinere Stellen, die stets von Sonnenstrahlen abgeschirmt sind.

Der Untersuchung zufolge könnte auf dem Mond eine Fläche von 40.000 Quadratkilometern in ständigem Schatten liegen – das ist etwa doppelt so viel wie nach anderen Studien angenommen. Dort könnte theoretisch Wassereis lagern. Die meisten dieser Regionen liegen erwartungsgemäß in den Polregionen des Himmelskörpers, 60 Prozent der Flächen verorten die Forscher auf der Südhalbkugel.

Flash-Galerie Weltraumteleskop SOFIA (NASA)

Die fliegende Sternwarte “Sofia” ist eine 43 Jahre alte Boeing 747SP (Archivbild)

“Wenn man sich vorstellt, auf der Mondoberfläche nahe einem der Pole zu stehen, würde man überall Schatten sehen”, wird Hayne in einer Mitteilung seiner Uni zitiert. “Viele dieser kleinen Schatten könnten voller Eis sein.” Als Beispiel für größere Zonen mit Wassereis nennen die Forscher den Shackleton-Krater am Südpol, der mehr als vier Kilometer tief ist und einen Durchmesser von über 20 Kilometern hat.

Mondwasser für Mars-Raketen

Woher das Wasser auf dem Mond stammt, ist nicht geklärt. Der französische Raumforscher Francis Rocard vom Wissenschaftszentrum CNES geht davon aus, dass es durch Asteroiden-Einschläge auf den Erdtrabanten gelangte. Die Wassermoleküle seien dabei so tief in die Mond-Oberfläche vorgedrungen, dass sie dort “auf ewig gefangen” seien.

Wasservorkommen auf dem Mond wären insbesondere für künftige Mondmissionen wichtig –  nicht nur als Trinkwasser für die Astronauten. Wenn es gelänge, das Wasser vom Mond zu nutzen, um es zur angedachten Mini-Station Lunar Gateway zu transportieren, könnten weitere Missionen deutlich einfacher und kostengünstiger werden. Rocard sprach von dem Einsatz von Sonden, die auf dem Mond Wasser abholen könnten, um damit Mars-Raketen zu “betanken”.

mir/rb (dpa, afp, rtr)




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