Frankreich verhängt regionale Lockdowns | Aktuell Europa | DW

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Wegen zuletzt stark gestiegener Corona-Infektionszahlen verhängt Frankreich einen Lockdown über den Pariser Großraum und andere Landesteile. In insgesamt 16 Departements, darunter etliche Gegenden im Norden des Landes und die Region Alpes-Maritimes mit der Mittelmeer-Metropole Nizza, müssen ab dem Wochenende alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs für mindestens vier Wochen schließen, wie Premierminister Jean Castex ankündigte. Das sei die Zeit, die man brauche, um einen Effekt zu erzielen.

“Die Epidemie verschlimmert sich”, sagte Castex bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend. Nun müsse verhindert werden, dass sie außer Kontrolle gerate. Frankreich sei von einer dritten Welle betroffen. Inzwischen mache die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Variante des Virus drei Viertel der Fälle aus, so der Regierungschef.

Kliniken überlastet

Im Großraum Paris sei mit fast 1200 Intensivpatienten sogar “der Höchststand der zweiten Welle im November überschritten”, berichtete Castex. Dort war die Wochen-Inzidenz zuletzt auf fast 450 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen, fast das Doppelte des landesweiten Schnitts. Die dicht besiedelte Region Ile de France ist das wirtschaftliche Herzstück Frankreichs. Die Regierung hatte den neuen Lockdown deshalb wochenlang hinausgezögert.

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Will die dritte Corona-Welle brechen: Premierminister Castex

Etwa jeder dritte der knapp 67 Millionen Einwohner Frankreichs ist von den härteren Maßnahmen betroffen – auch deren Bewegungsfreiheit wird weiter eingeschränkt, wobei in ganz Frankreich ohnehin eine abendliche Ausgangssperre gilt. Im Vergleich zu früheren Lockdowns sind die neuen Maßnahmen aber weniger streng. So dürfen die Menschen ohne zeitliche Begrenzung noch etwa im Umkreis von zehn Kilometern um ihre Wohnung Sport treiben oder Spazieren gehen, früher war zeitweise nur ein Kilometer erlaubt – mit einem Zeitlimit von oft nur einer Stunde. Auch die meisten Schulen bleiben offen.

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Castex äußerte Verständnis für den Frust vieler Bürger. Er sprach von “einer Pandemie, die scheinbar kein Ende nimmt”. Die Impfungen böten aber eine Perspektive. Wie Deutschland will deshalb auch Frankreich unverzüglich wieder das Vakzin von AstraZeneca verimpfen, nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde EMA das Präparat als “sicher und wirksam” bezeichnet hatte. Um ein Zeichen zu setzen, will sich der 55-jährige Premier demonstrativ selbst damit impfen lassen.

wa/ww (afp, dpa, rtr)




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