Friedenshoffnung in Berg-Karabach schwindet | Aktuell Asien | DW

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Trotz einer vereinbarten Feuerpause ist die Hauptstadt der selbsternannten Kaukasus-Republik Berg-Karabach erneut von lauten Explosionen erschüttert worden. Sieben davon waren am späten Samstagabend in Stepanakert zu hören, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Daraufhin ertönten umgehend Alarmsirenen. 

Die Waffenruhe, auf die sich die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan unter Vermittlung Russlands verständigt hatten, war am Samstagmittag (Ortszeit) in Kraft getreten. Schon unmittelbar danach warfen sich die Konfliktparteien gegenseitig vor, die Abmachung verletzt zu haben.

Moskau Treffen Außenminister Armenien Aserbaidschan (Russian Foreign Ministry/AP Photo/picture-alliance)

Trafen sich in Moskau: Außenminister J. Bayramov (Aserbaidschan), S. Lawrow (Russland) und S. Mnazakanjan (Armenien)

Ein ranghoher Vertreter Aserbaidschans sagte, die Waffenruhe sei nur “vorübergehend”. “Es ist eine humanitäre Waffenruhe, um Tote und Gefangene auszutauschen. Es ist kein Waffenstillstand”, betonte er. Die Regierung in Baku habe “nicht die Absicht, einen Rückzieher” zu machen, was ihr Ziel einer Rückeroberung Berg-Karabachs angehe.

Appell aus Deutschland

Die Bundesregierung rief Armenien und Aserbaidschan eindringlich auf, die vereinbarte Waffenruhe zu respektieren und weitere Opfer “unbedingt” zu vermeiden. Beide Länder müssten jetzt intensiv an einer friedlichen und dauerhaften Lösung des Konflikts um Berg-Karabach arbeiten, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 1990er Jahren ein Krieg mit rund 30.000 Toten. Berg-Karabach wird bis heute international nicht als Republik anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Die Region wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

Nach einer längeren Zeit relativer Ruhe war der Konflikt um Berg-Karabach und angrenzende Gebiete Ende September wieder aufgeflammt. Seitdem gab es täglich heftige Kämpfe, bei denen wohl Hunderte Soldaten und auch etliche Zivilisten starben.

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wa/cw (afp, dpa)




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