G20 ziehen Lehren aus Corona-Pandemie | Aktuell Welt | DW

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Die Welt soll gegen globale Gesundheitskrisen besser gewappnet sein, darin sind sich die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) beim virtuellen Weltgesundheitsgipfel in Rom einig. In einer “Erklärung von Rom” wollten sich die G20-Staaten, darunter China, USA und Indien, auf Grundsätze einigen, um in Zukunft besser auf Gesundheitskrisen vorbereitet zu sein.

Nach Angaben von italienischen und EU-Behörden wollen sich die Staats- und Regierungschefs darauf einigen, in globale Gesundheitssysteme und medizinisches Personal zu investieren, untereinander mehr Daten auszutauschen und die Überwachung von Krankheiten bei Mensch und Tier zu verbessern. Es wird jedoch nicht erwartet, dass die Teilnehmer in ihrer Abschlusserklärung dem Vorschlag einer vorübergehenden globalen Aufhebung des Patentschutzes für Corona-Vakzine zustimmen werden.

Rom Weltgesundheitsgipfel G20 Mario Draghi und Ursula von der Leyen

Gastgeber Mario Draghi begrüßt EU-Kommissionchefin Ursula von der Leyen, die eigens nach Rom gekommen ist

Zum Auftakt des Welt-Gesundheitsgipfels sagte die Europäische Union hundert Millionen Corona-Impfdosen als Spende für das internationale Impfprogramm Covax für Entwicklungs- und Schwellenländer zu. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen betonte die Dringlichkeit, Corona-Impfungen in ärmeren Weltregionen zu ermöglichen. Die Vakzine müssten “jeden erreichen, überall”, sagte sie. Die Corona-Krise müsse die letzte globale Pandemie gewesen sein, formulierte von der Leyen als Ziel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einer Videoschalte, man habe gelernt, dass die Pandemie nur vorbei sei, wenn alle Zugang zu Impfstoffen hätten. Deutschland werde sich mit 30 Millionen Impfdosen an der EU-Lieferung von 100 Millionen Impfeinheiten an ärmere Länder beteiligen.

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi, dessen Land derzeit den Vorsitz der G20-Staaten innehat und den Gipfel ausrichtet, betonte: “Während wir uns schon auf die nächste Pandemie vorbereiten, muss es unsere Priorität sein, sicherzustellen, dass wir alle gemeinsam die aktuelle Pandemie überwinden”.

Rome Weltgesundheitsgipfel G20

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Die meisten Teilnehmer des G20-Treffens sind per Videoschalte dabei

Viele Redner erwähnten Afrika, wo die Corona-Impfkampagne nur sehr langsam vorankomme und Vakzine fehlten – nicht zuletzt, weil die G20-Staaten einen großen Teil davon für sich beansprucht hätten.

Pharmakonzerne überbieten sich geradezu in Lieferzusagen

Mehrere Hersteller von Corona-Impfstoffen sicherten in Videobotschaften ärmeren Ländern die Lieferung von mehr als einer Milliarde Impfdosen bis zum Jahresende zu. BioNTech/Pfizer (rund eine Milliarde Dosen), Moderna (rund 95 Millionen Dosen) sowie Johnson & Johnson (rund 200 Millionen Dosen) versprachen insgesamt zusammen knapp 1,3 Milliarden Einheiten. Die Lieferungen für Entwicklungs- und Schwellenländer sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen. 2022 sollen ebenfalls mehr als eine Milliarde Dosen zur Verfügung gestellt werden. Die ärmsten Staaten sollen demnach nur die Herstellungskosten bezahlen müssen, für Entwicklungsländer soll ein “Niedrigkostenpreis” gelten.

Die EU will außerdem mit einer Milliarde Euro den Bau von Standorten für Impfstoffproduktion in Afrika finanzieren. Die sogenannten Hubs sollen laut von der Leyen über den Kontinent verteilt errichtet werden. Wo genau, verriet sie nicht. Bei einer möglichen Gesundheitskrise in der Zukunft könnten an den Standorten dann Impfstoffe hergestellt werden und afrikanische Länder hätten schneller Zugang, um ihre Bevölkerung impfen zu können.

qu/kle (dpa, afp, rtr)




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