Gambier durften Präsidenten wählen | Aktuell Afrika | DW

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Erstmals seit dem Sturz des Diktators Yahya Jammeh im Jahr 2016 war die Bevölkerung in Gambia zur Wahl eines Präsidenten aufgerufen. Die Abstimmung, bei der auch das Parlament gewählt wurde, gilt als Test für den Übergangsprozess hin zur Demokratie. Sie könnte die erste demokratisch legitimierte Regierung des Landes überhaupt an die Macht bringen. Erste Wahlergebnisse  werden an diesem Sonntag erwartet.

Unter den sechs Kandidaten sind der jetzige Staatschef Adama Barrow und Mama Kandeh, der von Jammeh unterstützt wird. Große Chancen werden auch Ousainou Darboe eingeräumt. Der 73-jährige Jurist hatte als Anwalt Gegner Jammehs vertreten. Unter Barrow war er Außenminister und dann Vizepräsident, bevor er 2019 zurücktrat.

Gambia | Präsidentschaftswahlen in Banjul | Präsident Adama Barrow

Entgegen früheren Ankündigungen tritt Präsident Adama Barrow für eine weitere fünfjährige Amtszeit an

UN-Generalsekretär António Guterres rief zu einer friedlichen, glaubwürdigen und transparenten Wahl auf. Amtsinhaber Barrow steht derweil in der Kritik, weil er vormals erklärt hatte, nur als Interimspräsident zur Verfügung zu stehen und nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Eine Koalition unter seiner Führung hatte Jammeh vor fünf Jahren nach dessen Sturz abgelöst.

Gambia | Präsidentschaftswahlen in Banjul

Vor mehreren Wahllokalen in der Hauptstadt Banjul bildeten sich lange Schlangen

Jammeh lebt seither im Exil in Äquatorialguinea, hielt während des Wahlkampfs aber unter anderem Reden über Telefon. Er hatte 1994 den ersten gambischen Präsidenten Dawda Jawara durch einen Putsch aus dem Amt gedrängt, regierte mehr als zwei Jahrzehnte lang mit harter Hand und verfolgte Oppositionelle, Journalisten und Menschenrechtler. In der vergangenen Woche forderte eine Wahrheitskommission, die Verantwortlichen für Menschenrechtsverbrechen in der Zeit der Diktatur zur Rechenschaft zu ziehen.

Gambia | Präsidentschaftswahlen in Banjul

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Wegen der niedrigen Alphabetisierungsrate geben Wähler ihre Stimme ab, indem sie eine Murmel in eine der Urnen werfen

Das westafrikanische Gambia hat gut zwei Millionen Einwohner. Seine Fläche entspricht etwa einem Viertel der Schweiz. Das Land, das an den frankophonen Senegal angrenzt, zählt laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zu den 20 ärmsten Staaten der Welt. Die stark vom Tourismus abhängige Wirtschaft wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1970 hat Gambia keinen demokratischen Machtwechsel erlebt.

jj/uh (dpa, afp, epd)




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