Ganz Belgien jetzt Corona-Risikogebiet | Aktuell Europa | DW

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Das Auswärtige Amt in Berlin (AA) ergänzte die aktuellen Reisehinweise für Belgien. Bislang galt nur die Hauptstadt Brüssel als Risikogebiet. Aufgrund der hohen Infektionszahlen werde ab sofort vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach ganz Belgien gewarnt, erklärte das AA. Durch die neue Einstufung sind Rückkehrer aus Belgien nach Deutschland jetzt zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet – es sei denn, sie legen einen negativen Corona-Test vor.

Belgien verzeichnet bei gut elf Millionen Einwohnern inzwischen mehr als 10.000 Todesfälle in Verbindung mit dem Erreger SARS-CoV-2.  Es gibt bislang mehr als 117.000 bestätigte Corona-Infektionen.

Die RKI-Risikoliste wird immer länger

Auch Island und einzelne Regionen in neun weiteren europäischen Ländern wurden neu als Risikogebiete eingestuft. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste entsprechend und nahm mit Wales und Nordirland erstmals auch Teile Großbritanniens auf. In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgund hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen.

Erstmals wurden Gebiete in den beiden baltischen Staaten Litauen und Estland auf die Risikoliste gesetzt. Außerdem kamen Regionen in Irland, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Rumänien hinzu. Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung sind nun 17 der 27 EU-Länder zumindest teilweise Corona-Risikogebiete. Unter den EU-Ländern ohne Corona-Risikogebiet sind Polen, Italien, Griechenland, Malta und Zypern.

Belgien Coronavirus | Maskenpflicht (picture-alliance/R. Utrecht)

Maske ist Pflicht in Brüssel

Eine Reisewarnung erfolgt, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Sie ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung speziell für Touristen haben. Die Kriterien für die Einstufung als Risikogebiet und eine Reisewarnung sind für die Länder der Europäischen Union identisch. In beiden Fällen gilt die Zahl der Neuinfektionen als Maßstab.

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Tschechien und die Slowakei rufen Notstand aus

Die Regierungen in Tschechien und der Slowakei haben wegen steigender Corona-Infektionszahlen wieder den Ausnahmezustand ausgerufen. Er gibt den Regierungen mehr Befugnisse, um strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie durchzusetzen.

Der Notstand in Tschechien gilt vom kommenden Montag an zunächst für 30 Tage, wie Gesundheitsminister Roman Prymula in Prag bekanntgab. Die Grenzen sollen diesmal offenbleiben. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen werden auf zehn und im Freien auf 20 Personen begrenzt. Die meisten weiterführenden Schulen werden auf Distanzunterricht umgestellt. Der Sport muss ohne Zuschauer auskommen. Firmen, Geschäfte und Restaurants sind von den Restriktionen nicht betroffen. Man müsse den “raketenhaften Anstieg” der Infektionen stoppen, um einen Engpass bei der medizinischen Versorgung zu verhindern, begründete Minister Prymula die Maßnahmen.

Tschechien Prag | Coronakrise (Michal Cizek/AFP)

Wartende vor einem Corona-Testzentrum in Prag

In der Slowakei wird der Notstand bereits an diesem Donnerstag in Kraft gesetzt. Ab dann gilt die Maskenpflicht auch im Freien, wenn der nötige Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Teilnehmerzahl bei Großveranstaltungen wird auf 50 begrenzt. Der Ausnahmezustand soll zunächst 45 Tage gelten. “Dann werden wir entscheiden, ob wir weitermachen oder ob wir zur Normalität zurückkehren können.”

Dank der raschen Einführung von strikten Maßnahmen war es den Regierungen in Prag und Bratislava zu Beginn der Pandemie im März und April relativ gut gelungen, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten. Vor den Sommerferien hoben sie jedoch einen Großteil der Beschränkungen wieder auf. Inzwischen steigen die Infektions- und Todesfälle wieder deutlich an.

qu/cw (dpa, rtr, afp, AA)




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