Gedenken an die Zerstörung Dresdens | Aktuell Deutschland | DW

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Wegen der Corona-Pandemie fand nur ein reduziertes Programm statt. Den Auftakt bildeten kleine Gedenkveranstaltungen auf Friedhöfen, auf denen Opfer der alliierten Luftangriffe auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 bestattet sind. Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge wurden bei den Angriffen etwa 25.000 Menschen getötet.

Am Morgen legte Landtagspräsident Matthias Rößler als Schirmherr des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge auf dem Nordfriedhof einen Kranz nieder. Dort sind 450 Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten gemeinsam bestattet, die bei den alliierten Luftangriffen oder während der Aufräumarbeiten danach ums Leben kamen.

Deutschland 76. Jahrestag der Zerstörung Dresdens

Der Zeitzeuge Günther Ulbricht und die Pfarrerin Angelika Behnke entzünden Gebetslichter in der Frauenkirche

Zudem gab es mehrere Kunstaktionen im öffentlichen Raum. Die Stiftung Frauenkirche Dresden bot ein virtuelles Friedensgebet an. Am Mittag fand eine Andacht in der Frauenkirche statt. Dabei forderten die Pfarrerin der Dresdner Frauenkirche, Angelika Behnke, und der Zeitzeuge Günther Ulbricht zum Einsatz für den Frieden auf. 

Ulbricht rief in einem Online-Gebet zu Zivilcourage auf. Die junge Generation nehme den Zustand des Friedens als Selbstverständlichkeit. “Das ist ein Irrtum”, sagte Ulbricht, der als Neunjähriger die Luftangriffe auf Dresden miterlebt hat. Frieden sei kein Geschenk, sondern eine Lebensaufgabe. Ulbricht berichtete zudem bei einer Andacht über sein persönliches Schicksal. An der Veranstaltung, bei der auch das Versöhnungsgebet von Coventry gesprochen wurde, nahmen rund 40 Menschen teil. Das englische Coventry ist Partnerstadt von Dresden und war 1940 bei einem deutschen Luftangriff schwer zerstört worden.

Deutschland 76. Jahrestag der Zerstörung Dresdens - Kunstaktion

Ein Kunstprojekt des Streetartkünstler Lars P. Krause steht auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche im Schnee

Auch der wichtigste Baustein des Gedenkens, die traditionelle Menschenkette um die Altstadt, fand coronabedingt erstmals nur virtuell statt. Dafür wurden Fotos von Dresdnerinnern und Dresdnern auf markante Gebäude wie die Frauenkirche und die Synagoge projiziert. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 11.000 Menschen an der Menschenkette als Zeichen des Friedens und der Versöhnung beteiligt.

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Dresden erinnert alljährlich um den 13. Februar herum an die Zerstörung der Stadt 1945 und an die Millionen Opfer der NS-Diktatur. Seit Jahren missbrauchen Rechtsextreme den Gedenktag für ihre Zwecke.

Auch dieses Jahr versammelten sich Rechtsradikale zu Protesten. Mehrere hundert Menschen demonstrierten dagegen. Die Polizei trennte beide Gruppen strikt voneinander. Laut Polizei war die Lage in der Stadt dennoch “ruhig und entspannt”. 

Am frühen Abend soll es noch auf dem Altmarkt eine Gedenkfeier im kleinen Rahmen mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geben. 

as/se (epd, dpa)

 




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