Gewalt in Nahost am Siedepunkt | Aktuell Nahost | DW

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Allen internationalen Aufrufen zur Mäßigung zum Trotz eskaliert der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern weiter. Nach massiven Raketenangriffen radikaler Islamisten auf den Großraum Tel Aviv kündigte Israels Regierung harte militärische Gegenschläge an.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, die Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad würden einen hohen Preis für die jüngsten Angriffe auf Israel bezahlen. “Diese Operation wird Zeit brauchen, aber wir werden den Bürgern Israels die Sicherheit zurückbringen.” Generalstabschef Aviv Kochavi erläuterte, Israel habe im Rahmen der Militäroperation “Wächter der Mauern” seit Montag “bereits 500 Ziele im Gazastreifen attackiert und Dutzende Terroraktivisten getötet”.

Bei dem Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv war am Dienstagabend mindestens eine Frau getötet worden. Nach Angaben der Rettungsorganisation Zaka starb sie in der Stadt Rischon Lezion. Auch in der Küstenmetropole Tel Aviv selbst waren immer wieder schwere Explosionen zu hören. Der internationale Airport Ben Gurion wurde vorübergehend geschlossen, die Flüge wurden nach Zypern umgeleitet. Auch aus der Stadt Aschkelon wurden zwei Todesopfer durch Raketenbeschuss gemeldet.

Unter Beschuss

Die islamistische Hamas teilte am Dienstagabend mit, sie habe 130 Raketen aus dem Gazastreifen nach Tel Aviv und Zentralisrael abgefeuert – als Reaktion auf einen israelischen Angriff im Gazastreifen. Dort hatte das Militär ein Gebäude mit Büros von Mitgliedern des Hamas-Politbüros und Sprechern der Palästinenserorganisation zerstört. Die Anwohner des Hochhauses waren vor dem Angriff von den israelischen Streitkräften gewarnt worden, wie Augenzeugen berichteten.

Das Gesundheitsministerium in Gaza gab die Zahl der seit Montag auf palästinensischer Seite Getöteten zuletzt mit 28 an, darunter zehn Kinder. Laut Medienberichten starben einige von ihnen durch fehlgeleitete Raketen der Extremisten.

Gaza Luftangriff auf Hamas Hamadi Gebäude

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Zerstört: der “Hanadi-Turm” in Gaza-Stadt

Deutschlands Außenminister Heiko Maas verurteilte die Angriffe aus dem Gazastreifen auf Israel nochmals scharf. “Dass es jetzt noch eine derartige Eskalation der Gewalt gibt, ist weder zu tolerieren noch zu akzeptieren, und das haben wir auch gegenüber der Palästinensischen Autonomiebehörde sehr deutlich gemacht”, sagte er in Rom. Die Raketenangriffe müssten sofort beendet werden. “Israel hat in dieser Situation das Recht auf Selbstverteidigung”, fügte Maas hinzu.

“Zutiefst traurig”

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich sehr besorgt über die “schwerwiegende Eskalation”, wie ein Sprecher in New York mitteilte. “Er ist zutiefst traurig über die zunehmende Zahl von Opfern – darunter Kinder – wegen israelischer Luftangriffe in Gaza sowie Todesfälle in Israel durch Raketen, die aus Gaza abgefeuert wurden.” Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will am Mittwoch erneut zusammenkommen, um “hinter verschlossenen Türen” über die Lage zu beraten.  

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt – inzwischen sind es die heftigsten Auseinandersetzungen seit mehreren Jahren. Zunächst gab es vor allem in Jerusalem heftige Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Auslöser waren unter anderem Polizei-Absperrungen in der Altstadt sowie drohende Zwangsräumungen von Häusern palästinensischer Familien im Ost-Jerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah. Das Land, auf dem sie leben, wird von jüdischen Siedlern beansprucht.

wa/AR (dpa, afp, rtr)




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