Gouverneurswahl in Virginia als Stimmungstest für Joe Biden | Aktuell Amerika | DW

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Der Demokrat Terry McAuliffe oder der Republikaner Glenn Youngkin (Artikelbild) – wer macht das Rennen in Virginia? Der Bundesstaat grenzt an die US-Hauptstadt Washington, und besonders dort dürfte das Wahlergebnis mit großer Spannung erwartet werden. Denn die Gouverneurswahl in Virginia gilt als erster wichtiger Stimmungstest für den seit Januar regierenden US-Präsidenten Joe Biden und seine Demokratische Partei. Die Stimmlokale sind von 6.00 Uhr (Ortszeit/11.00 Uhr MEZ) bis 19.00 Uhr (Ortszeit/Mitternacht MEZ) geöffnet.

Der 54-jährige Republikaner Youngkin gilt als erfolgreicher Geschäftsmann. Sein zehn Jahre älterer Konkurrent McAuliffe war bereits von 2014 bis 2018 Gouverneur in Virginia. Dort ist es Gouverneuren nicht erlaubt, für zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten zu kandidieren. Sie können aber später ein zweites Mal antreten. Derzeit hat der Demokrat Ralph Northam das Amt inne.

US-Bundespolitik wirkt auf Virginia

Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Kandidaten in Virginia voraus. Im Sommer lag McAuliffe noch deutlich vor Youngkin. Der Republikaner schloss dann aber auf und lag zuletzt sogar leicht vorne.

Der US-Demokrat Terry McAuliffe spricht in ein Mikrophon

Sinkende Zustimmungswerte für die Regierungspolitik der Demokraten im Bund machen Terry McAuliffe zu schaffen

McAuliffes sinkende Umfragewerte wurden in den vergangenen Wochen auch auf die Bundespolitik in Washington zurückgeführt. Bidens Zustimmungswerte sind in den vergangenen Wochen abgerutscht: Die Reformagenda des US-Präsidenten steckt an vielen Stellen fest, auch wegen Flügelkämpfen in seiner eigenen Partei; der chaotische Afghanistan-Abzug wurde für den 78-Jährigen zu einem Debakel, die wirtschaftliche Erholung von der Corona-Pandemie läuft nur schleppend, und das politische Klima in den USA bleibt vergiftet, weil sich die Republikaner weiter in Fundamentalopposition gefallen.

Demokraten in Sorge vor den Midterm-Wahlen

Eine Niederlage des demokratischen Kandidaten in Virginia wäre eine schwere Schlappe für Bidens Demokraten – und ein schlechtes Vorzeichen für die Kongress-Zwischenwahlen im November kommenden Jahres. Trumps Republikaner hoffen, dabei wieder die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus erobern.

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Derzeit verfügen die Demokraten in den beiden Kongresskammern nur über eine knappe Sitzmehrheit. Sollte die Regierungspartei die Mehrheit in einer oder sogar in beiden Kongresskammern verlieren, hätte Biden faktisch keine Chancen mehr auf gesetzgeberische Initiativen. Das wiederum könnte die Chancen der Demokraten mindern, bei der Präsidentschaftswahl 2024 das Weiße Haus zu verteidigen.

Und so spiegelte sich die Stimmung in der Bundespolitik auch im Wahlkampf in Virginia nieder. Bei einem Unterstützungsauftritt für McAuliffe in der Stadt Arlington in der vergangenen Woche nannte Biden dessen Herausforderer Youngkin „einen Gefolgsmann von Donald Trump“.

US-Präsident Joe Biden vor einem Mikrophon

US-Präsident Joe Biden bei einem Wahlkampfauftritt für Terry McAuliffe

Trump wiederum ließ wissen, Youngkin habe seine „volle und uneingeschränkte Unterstützung“. Er rief seine Anhänger dazu auf, die Wahllokale zu „fluten“, um damit Betrug auszugleichen. „Bei dieser Wahl steht alles auf dem Spiel“, so Trump. Der abgewählte Ex-US-Präsident behauptet bis heute, durch Betrug um seinen Wahlsieg gegen Biden gebracht worden zu sein. Dafür gibt es aber keinerlei Belege.

Wahlen auch in New Jersey und New York

Eine Gouverneurswahl findet an diesem Dienstag auch im US-Bundesstaat New Jersey statt. Dort hat der demokratische Amtsinhaber Phil Murphy gute Chancen auf eine Wiederwahl. Außerdem wählt die Millionenmetropole New York einen neuen Bürgermeister. Dort ist der Kandidat der Demokraten, der frühere Polizist Eric Adams, haushoher Favorit. 

cw/sti (dpa, afp)




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