Grönland kündigt Verbot der Ölförderung an | Aktuell Europa | DW

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Die Regierung teilte in der Hauptstadt Nuuk mit, sie habe beschlossen, “die derzeitige Ölstrategie auszusetzen und die zukünftige Ölförderung in Grönland zu stoppen.” Das Ministerium für mineralische Rohstoffe erklärte, die Entscheidung fuße auf wirtschaftlichen Berechnungen, aber auch auf Überlegungen zu den Folgen solcher Erkundungen für Klima und Umwelt. “Dieser Schritt ist unserer Natur zuliebe, unseren Fischereien zuliebe, unserem Tourismussektor zuliebe und auch deshalb ergriffen worden, um unser Geschäft auf nachhaltige Potenziale auszurichten.”

Die Regionalregierung in dem dänischen Selbstverwaltungsgebiet erklärte weiter, eine ökonomische Analyse zeige eine geringe Rentabilität bei der Ölförderung auf dem riesigen Territorium in der Arktis. Die Renditen seien “tatsächlich nur halb so hoch, wie von Ölgesellschaften erwartet”.

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Gegen die Förderung von Öl, Gas und Mineralien regt sich Widerstand in Grönland (Archivbild)

Keine neuen Lizenzen mehr

Grönland vergibt unter anderem aus Klimaschutzgründen auch keine neuen Lizenzen mehr für die Erschließung von Öl- und Gasvorkommen. Dabei machte das Ministerium kein Geheimnis daraus, dass es rund um die größte Insel der Erde große unerforschte Ölvorkommen gibt. Die Regierung vertrete jedoch die Position, dass Grönland besser dran sei, wenn es sich auf eine nachhaltige Entwicklung konzentriere, etwa die Möglichkeiten erneuerbarer Energien, erklärte Rohstoffministerin Naaja H. Nathanielsen.

Umwelt- und Energieminister Kalistat Lund sagte laut Mitteilung, die Regierung nehme den Klimawandel ernst. “Wir können die Konsequenzen in unserem Land jeden Tag sehen, und wir sind bereit, zu globalen Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel beizutragen.”

Erfolglose Förderversuche

Das zu Dänemark gehörende Grönland hatte 50 Jahre lang versucht, mutmaßliche Ölvorkommen im Land zu fördern. Alle Versuche waren aber bislang gescheitert. Schätzungen zufolge könnte es vor der Insel 17,5 Milliarden unentdeckte Barrel Öl geben. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte den Schritt der Regionalregierung. Es sei eine fantastische Entscheidung, hieß es.

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Gemäß ihrem Wahlversprechen berät die neue Regionalregierung derzeit auch über einen Gesetzentwurf, der die Uranförderung und den -abbau auf der Insel verbieten soll.

Grönland ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark. Obwohl die Insel eine starke Fischereiindustrie hat, ist das arktische Territorium weitgehend von dänischen Subventionen abhängig. Auf der Insel, die zwei Millionen Quadratkilometer groß und zum größten Teil mit Eis bedeckt ist, leben nur rund 57.000 Menschen, vor allem Angehörige der ethnischen Gruppe der Inuit. Das Territorium ist reich an natürlichen Ressourcen. Dazu zählen Öl, Gas, Gold, Diamanten, Uran, Zink und Blei.

kle/nob (dpa, afp, ape)




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