Großbritannien beginnt mit Impfungen gegen Corona | Aktuell Welt | DW

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Die Weltgesundheitsorganisation hat sich gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. “Ich denke nicht, dass Vorschriften besonders bei dieser Impfung der richtige Weg sind”, erklärte die WHO-Impfexpertin Kate O’Brien in Genf. Eine Impfung gegen das Virus vorzuschreiben oder nachdrücklich zu empfehlen, könne in bestimmten Berufsfeldern wie der Intensivmedizin sinnvoll sein. Es gebe aber Beispiele, in denen eine Impfpflicht den gegenteiligen Effekt gehabt und nicht zu einer höheren Immunisierungsrate in der Bevölkerung geführt habe.

“Ich denke, wir sind viel besser beraten, den Menschen die Daten und die Vorteile zu präsentieren und sie selbst entscheiden zu lassen”, fügte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan hinzu. Allerdings gebe es manche Umstände, unter denen eine Impfung seiner Meinung nach die einzige verantwortungsvolle Option sei.

“Wird keine Impfpflicht geben”

Die Debatte darüber, ob eine Impfung gegen den Erreger SARS-CoV-2 vorgeschrieben sein soll, wird in verschiedenen Staaten ganz unterschiedlich geführt. In Deutschland hat die Bundesregierung einer allgemeinen Impfpflicht schon mehrfach eine klare Absage erteilt. “Ich gebe ihnen mein Wort: Es wird in dieser Pandemie keine Impfpflicht geben”, betonte etwa Gesundheitsminister Jens Spahn im Bundestag.

Gesundheitsminister Jens Spahn

Jens Spahn: “Bin zuversichtlich, dass die Pandemie in einigen Monaten ihren Schrecken verliert”

Skeptiker befürchten allerdings, die Bundesregierung könnte ihre Ansicht noch ändern, wenn sich nicht so viele Menschen in Deutschland impfen lassen wie erhofft. Sie verweisen auf mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen einer Impfung – insbesondere bei verkürzten Test- und Zulassungsphasen. Zudem gibt es die Besorgnis, dass es eine Art “indirekte Impfpflicht” geben könnte, wenn Menschen ohne Impf- oder Immunitätsnachweis von bestimmten Tätigkeiten ausgeschlossen würden.

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Queen will Zeichen setzen

Derweil startet Großbritannien als erstes westeuropäisches Land an diesem Dienstag eine großangelegte Corona-Impfkampagne. Nach Angaben der Regierung in London sollen zunächst 800.000 Impfdosen des Mainzer Pharmaunternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer verabreicht werden. Geimpft werden demnach zuerst Menschen über 80 Jahre und das Gesundheits- und Pflegepersonal als Hochrisikogruppen. Auch die 94-jährige Queen Elizabeth II. und ihr 99-jähriger Mann Philipp wollen sie sich laut Medienberichten frühzeitig impfen lassen, um ein “mächtiges Gegengewicht zur Bewegung der Impfgegner” zu bieten.

UK London | Impfzentrum

Impfzentrum in London: Alles ist vorbereitet

Großbritannien hatte dem BioNTech-Pfizer-Impfstoff am vergangenen Mittwoch als erstes Land der Welt eine Notfallzulassung erteilt. Insgesamt wurde die Lieferung von 40 Millionen Dosen vereinbart. Weitere Impfstoff-Kandidaten könnten bald folgen.

wa/rk/as (dpa, afp)




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