Haben die Lockdown-Maßnahmen noch einen Effekt? | Aktuell Deutschland | DW

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Seit einer Woche ist die 35 die neue 50. Vor dem Bund-Länder-Gipfel am 10. Februar war das Ziel, den Inzidenzwert bundesweit auf 50 zu drücken. Nun soll er an mehreren aufeinander folgenden Tagen unter 35 liegen. Erst dann könnten Einzelhändler, aber auch öffentliche Einrichtungen wie Museen wieder ihre Tore öffnen, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sind wir hier auf einem guten Weg?

Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden am Donnerstag deutschlandweit innerhalb eines Tages 10.207 Neuinfektionen mit dem Virus registriert. Nach einem mit den Lockdown-Maßnahmen erreichten spürbaren Rückgang der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen stagniert die Zahl nun offensichtlich. Im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche gab es nur 30 Fälle weniger.

Weiter Weg bis zur 35

Auch die für die Bundesregierung ausschlaggebende Sieben-Tage-Inzidenz lässt zunächst keinen Optimismus aufkommen. Dieser Wert bildet die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ab. Er lag am Mittwoch bei 57 und an diesem Donnerstag bei 57,1. Bis zur gewünschten Zahl 35 scheint es noch ein weiter Weg.

Dass die Kurve trotz der getroffenen Maßnahmen nicht mehr weiter nach unten zeigt, hatte sich bereits in den Vortagen abgezeichnet. Allerdings herrschen regional starke Unterschiede, die beim Blick auf die Gesamtstatistik zu berücksichtigen sind. Während die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg auf 41,5 sank, stieg sie in Thüringen auf 119,5. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte dafür unter anderem die Nähe zur Grenze nach Tschechien verantwortlich gemacht.

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Trotz des Anstiegs bei den Neuinfektionen sollen in Thüringen die Grundschulen am 22. Februar öffnen

In dem mit knapp elf Millionen Einwohnern deutlich kleineren EU-Land ist das Virus wieder auf dem Vormarsch. Die Zahl der Neuinfektionen lag zuletzt bei rund 10.000. Seit dem Wochenende gelten deshalb verschärfte Einreisekontrollen zum Nachbarland, das von der Bundesregierung als Virusvarianten-Gebiet eingestuft wird. Das heißt, hier besteht ein besonders hohes Infektionsrisiko durch verbreitetes Auftreten bestimmter Mutationen.

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Nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn sind genau diese Varianten dafür verantwortlich, dass die Zahl der Neuinfektionen stagniert. Spahn hatte am Mittwoch gesagt, dass die zunächst in Großbritannien festgestellte Mutation B117 inzwischen bei mehr als 22 Prozent der Positivfälle in Deutschland festgestellt worden sei. Diese Mutation gilt als deutlich ansteckender als das bislang hauptsächlich verbreitete Virus.

Ausgangs- und Kontaktsperre in Flensburg

Als B117-Hotspot gilt seit kurzem auch das an der dänischen Grenze liegende Flensburg. Im Nachbarland soll die britische Variante mittlerweile fast die Hälfte aller Positivfälle ausmachen. Allerdings liegt dort die Sieben-Tage-Inzidienz dennoch unter 50. In Flensburg beträgt der Wert dagegen laut RKI aktuell 184. In der 90.000-Einwohner-Stadt soll wegen des starken Infektionsgeschehens ab Samstag zunächst für eine Woche eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 21.00 bis 5.00 Uhr gelten. Zudem sind private Treffen untersagt.

In 83 der insgesamt 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland wurde das gesetzte Ziel von 35 dagegen bereits erreicht. Darunter befinden sich Münster, Trier, Heidelberg, Potsdam, München, Stuttgart und Leipzig. Mit einem Wert von 5,6 hat die fränkische Stadt Schweinfurt die geringste Sieben-Tage-Inzidenz. Hier wäre eine schrittweise Rückkehr zur Normalität also wieder möglich.

djo/kle (afp, dpa, rtr)




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