Haiti: Bande droht mit Ermordung der US-Geiseln | Aktuell Welt | DW

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„Wenn ich nicht erhalte, was ich brauche, werde ich diese Amerikaner töten“, sagte der Chef der berüchtigten Bande „400 Mawozo“, Wilson Joseph, in einem online verbreiteten Video. Die Entführer fordern eine Millionen Dollar Lösegeld für jede der 17 Geiseln.

Bande kontrolliert mehrere Straßen 

Die Missionare und ihre Familienangehörigen waren am Samstag auf dem Rückweg von einem Waisenhaus außerhalb der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince entführt worden. Bei den Geiseln handelt es sich um Mitglieder der evangelikalen Hilfsorganisation Christian Aid Ministries. Nach Angaben der Hilfsorganisation handelt es sich um fünf Männer, sieben Frauen und fünf Kinder. 16 von ihnen haben demnach die US-Staatsbürgerschaft, einer ist Kanadier. Das US-Außenministerium hat ein kleines Ermittlerteam nach Haiti entsandt.

Haiti Port-au-Prince Polizei General Leon Charles

Der zurückgetretene Polizeichef Haitis Leon Charles ermittelte auch im Fall des ermordeten Präsidenten Jovenel Moise

Im April erst waren zehn Menschen, darunter zwei französische Geistliche, in derselben Region 20 Tage lang von „400 Mawozo“ festgehalten worden. Die Gruppe kontrolliert mehrere Straßen in dem Gebiet. Dort kapert sie immer wieder Fahrzeuge und sogar ganze Busse, verschleppt deren Insassen und verlangt Lösegeld. Die Tageszeitung „Listin Diario“ berichtete, allein in der ersten Hälfte des Monats Oktober habe es bislang 119 Geiselnahmen in Haiti gegeben.

Präsidentenmord nach wie vor ungeklärt

Nach der Geiselnahme ist in Haiti jetzt der Chef der nationalen Polizeibehörde zurückgetreten. Ministerpräsident Ariel Henry erklärte laut Medienberichten, Polizeichef Leon Charles werde durch Frantz Elbe ersetzt. Charles wird damit auch nicht mehr die Ermittlungen rund um die Tötung von Staatspräsident Jovenel Moise leiten, für die Moises Witwe Henry verantwortlich macht. Moise war im Juli getötet worden. Charles stand seit November 2020 der Polizei Haitis vor.

Haiti Port-au-Prince | Proteste gegen Regierung

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Nach dem Erdbeben und den politischen Krisen wachsen die Probleme – die Bevölkerung geht auf die Straßen

Das von großer Armut geprägte Haiti kämpft seit Jahren mit Naturkatastrophen und politischen Krisen, die den Staat und die Wirtschaft lähmen. Die bis heute nicht aufgearbeitete Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli und ein schweres Erdbeben einen Monat später im Südwesten des Landes, bei dem 2200 Menschen starben und 130.000 Häuser zerstört wurden, haben die Probleme des Landes weiter verschärft.

nob/se (kna, afp, rtr, ap)




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