Hamas und Israel setzen Angriffe fort | Aktuell Welt | DW

Hamas und Israel setzen Angriffe fort | Aktuell Welt | DW

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Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat in der Nacht zu Sonntag nach Angaben des israelischen Militärs weitere Raketen auf Israel abgefeuert. Ein “schwerer Hagel von Raketen” sei vom Gazastreifen aus auf die Mitte und den Süden Israels abgeschossen worden, twitterte die Armee. Männer, Frauen, Kinder und ältere Menschen befänden sich in Bunkern. In Tel Aviv und Umgebung warnten die Sirenen vor neuem Raketenbeschuss.

Die israelische Luftwaffe bombardierte nach palästinensischen Angaben das Haus des Hamas-Chefs im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar. Dabei wurden demnach mindestens drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.

Wechselseitige Drohungen

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am Abend in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache gesagt, man befinde sich noch mitten im Einsatz gegen die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas. Dieser werde “so lange wie nötig” fortgesetzt. Zunächst müsse die Infrastruktur der islamistischen Hamas zerstört werden. “Uns stehen noch schwere Tage bevor, aber wir werden sie gemeinsam durchstehen und siegen.”

 Israel Palästina Gazastreifen | Luftschläge in der Nacht

Flammen über den nächtlichen Himmel von Gaza-Stadt nach israelischem Luftschlag

Israels Militär drohte der Führungsriege der Hamas mit gezielter Tötung. Armeesprecher Hidai Zilberman sagte dem israelischen Fernsehen, man werde weiter wichtige Einrichtungen der Hamas und des Islamischen Dschihads überall im Gazastreifen angreifen. Dies gelte auch für die höchste Führungsriege der Hamas.

Iran sichert Hamas Unterstützung zu

Der Chef der radikalislamischen Hamas, Ismail Hanija, sagte bei einer Solidaritätskundgebung für seine Organisation in Katars Hauptstadt Doha, “die Schlacht, der Krieg und der Aufstand” trügen den Namen “Jerusalem”. Iran versprach der Hamas seinen Rückhalt im Kampf gegen Israel. In einem Telefonat mit dem Hamas-Führer Hanija sicherte der Kommandeur der Al-Kuds Brigade der iranischen Revolutionsgarden, General Ismaeil Ghani, uneingeschränkte Unterstützung zu, wie iranische Staatsmedien berichteten.

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Internationale Vermittlung läuft ins Leere

Hinweise auf Fortschritte bei den internationalen Bemühungen um Deeskalation in dem blutigen Konflikt gibt es nicht. US-Präsident Joe Biden telefonierte zum zweiten Mal in dieser Woche mit Netanjahu und erstmals auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. “Der Präsident bekräftigte seine nachdrückliche Unterstützung für das Recht Israels, sich gegen die Raketenangriffe der Hamas und anderer terroristischer Gruppen im Gazastreifen zu verteidigen”, teilte das Weiße Haus nach dem Telefonat mit Netanjahu mit. Der betonte seinerseits nach Angaben seines Büros in dem Telefonat, dass seine Regierung “alles” tue, um in dem eskalierten Konflikt mit den Palästinensern Schaden für Unbeteiligte zu vermeiden.

Israel Palästina | Konflikt in Nahost

Die Bilder gleichen sich. Zerstörung in Tel Aviv durch Raketen der Hamas …

Im Gespräch mit Abbas habe Biden betont, die Hamas müsse den Raketenbeschuss auf Israel einstellen, teilte das Weiße Haus mit. Biden und Abbas hätten ihre Sorge über den Tod unschuldiger Zivilisten zum Ausdruck gebracht. Abbas hat allerdings keinen direkten Einfluss auf die Hamas. Seine Fatah-Bewegung steht in einem Rivalitäts-Verhältnis zur Hamas.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas forderte erneut Schritte zur Deeskalation: “Israel macht von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch, um seine Bevölkerung vor dem Raketenterror der Hamas zu schützen”, sagte der SPD-Politiker der “Bild am Sonntag”. Umso dringender brauche es nun: “erstens einen Stopp des Raketenterrors, zweitens ein Ende der Gewalt und drittens die Rückkehr zu Gesprächen über konkrete vertrauensbildende Schritte zwischen Israelis und Palästinensern”. Diese müssten eine Zweistaatenlösung beinhalten.

EU-Chefdiplomat Josep Borrell verurteilte die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. Israel habe das Recht, seine Bevölkerung vor diesen Angriffen zu schützen, müsse aber angemessen handeln und zivile Opfer vermeiden. Angesichts der neuen Gewalt rief Borrell dazu auf, die Ursachen des Konflikts anzugehen.

Israel Palästina | Konflikt in Nahost

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… und Zerstörung in Rafah im Gazastreifen durch Angriffe der israelischen Luftwaffe

An diesem Sonntag beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat bereits zum dritten Mal mit der jüngsten Eskalation des Nahost-Konflikts. Die virtuelle Sitzung wurde auf Antrag von China, Norwegen und Tunesien angesetzt. Bei den zwei vorherigen Sitzungen hatte es keine Einigung auf eine gemeinsame Erklärung gegeben. Dies lag Teilnehmern zufolge an den USA, die eine Verurteilung ihres Verbündeten Israel ablehnten.

Der Konflikt zwischen Israel und der palästinensischen Hamas ist in den vergangenen Tagen in einem Maße eskaliert wie seit Jahren nicht mehr. Die israelische Armee griff seit Montag rund 800 Ziele im Gazastreifen an. Dabei wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden mindestens 145 Menschen getötet, weitere rund 1100 wurden bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen verletzt.

Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Küstenstreifen mindestens 2300 Raketen auf Israel ab. Dabei wurden zehn Menschen getötet. Mehr als 560 weitere Israelis wurden durch die Raketenangriffe verletzt.

qu/nob (dpa, afp, rtr)




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