Handelsplattform Alibaba zahlt Milliardenstrafe | Aktuell Welt | DW

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Die staatliche Behörde für Marktregulierung verhängte die Strafe nach dem Abschluss einer seit Dezember laufenden Untersuchung, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Bei den Ermittlungen ging es um den Vorwurf, dass Alibaba seine marktbeherrschende Stellung ausnutze, indem es Anbieter dazu verpflichte, ihre Waren ausschließlich auf seinen Verkaufsplattformen anzubieten.

Die bislang höchste Strafe der Kartellbehörden gegen einen chinesischen Internet-Riesen weckt neue Fragen über die Zukunft des Alibaba-Konzerns des charismatischen Gründers Jack Ma, der seit Herbst nur noch selten in der Öffentlichkeit gesehen worden war. Mit Kritik an der chinesischen Finanzaufsicht hatte der 56-Jährige damals offenbar den Unmut höherer Stellen auf sich gezogen.

Alibaba nimmt die Strafe an

Wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht wurde die Geldbuße mit vier Prozent des Umsatzes von 2019 in Höhe von umgerechnet 57,5 Milliarden Euro festgelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Alibaba kündigte an, die Strafe anzunehmen und die Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken zu wollen. Der Konzern werde sein System zur Erfüllung der Regeln stärken und “seine soziale Verantwortung besser erfüllen”.

China Jack Ma Alibaba Group

Alibaba-Gründer Jack Ma war seit Herbst 2020 nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen (Archivbild)

Die ungewöhnlich hohe Strafe der Wettbewerbshüter ist ein weiterer Schlag gegen den mächtigen Alibaba-Konzern, der seine Aktivitäten vom Online-Handel über Finanzdienste bis in Bereiche wie Logistik, Unterhaltung und Touristik ausgeweitet hat. Seit der einflussreiche Gründer Ma im Herbst bei der Regierung in Ungnade gefallen war, gerät das Unternehmen zunehmend unter Druck.

Behörden stoppten Börsengang

Anfang November stoppten die Behörden kurzfristig den geplanten Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group mit Verweis auf neue Regeln. Es hätte der größte Börsengang aller Zeiten werden sollen. Auch geriet im Dezember die Handelsplattform in den Fokus der Ermittler, als die Kartellwächter mit den Untersuchungen wegen mutmaßlicher Monopolverstöße begannen.

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Das Vorgehen von Alibaba gegen Händler, die auch auf konkurrierenden Plattformen anbieten, “beseitigt oder behindert den Wettbewerb”, argumentierte die Marktaufsicht in ihrer Entscheidung. Es beeinträchtige die Innovation und Entwicklung der Plattformen. Die Rechte und Interessen der Verbraucher würden geschädigt.

Alibaba kann Milliardenstrafe verkraften

Nach Einschätzung von Experten lässt sich die Milliardenstrafe für Alibaba leicht verkraften. Allein in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres habe der Konzern einen Gewinn von umgerechnet zehn Milliarden Euro gemacht. Allerdings verheiße die verschärfte Kontrolle durch die Behörden nichts Gutes für das Unternehmen, hieß es in Kommentaren von Beobachtern.

nob/mak (dpa, rtr, afp)




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