Hausärzte beklagen Verunsicherung bei Kreuzimpfung | Aktuell Deutschland | DW

Hausärzte beklagen Verunsicherung bei Kreuzimpfung | Aktuell Deutschland | DW

0 Von


Nach der neuen Impfempfehlung für eine sogenannte Kreuzimpfung nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca beklagen die Hausärzte einen “enormen Mehraufwand”. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), Patienten seien verunsichert, erfragten, welchen Impfstoff sie nun bei der Zweitimpfung erhalten würden und wollten auch ihren Termin entsprechend vorziehen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte am Donnerstag überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von BioNTech oder Moderna erhalten sollen, weil die Immunantwort deutlich besser sei. Damit wird auch der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung verkürzt. Zwischen zwei AstraZeneca-Impfungen liegen normalerweise neun bis zwölf Wochen. Bei der Kreuzimpfung reichen vier.

Gerät Impfkampagne ins Schlingern?

Die schnellere Impfung soll auch einer weiteren Ausbreitung der Delta-Virusvariante entgegenwirken. Die Kreuzimpfung ist eine Empfehlung, kein Muss. Wer möchte, kann auch bei zwei AstraZeneca-Impfungen bleiben. Jede der möglichen Impfstoff-Kombinationen sei wirksam, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn gesagt.

Ulrich Weigeldt

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, fordert eine bessere Kommunikation

Die Anpassung der Impfempfehlung habe bereits am ersten Tag in vielen Praxen für einen “enormen Mehraufwand” gesorgt, sagte Weigeldt. Für die Patientinnen und Patienten mache der Impfabstand gerade mit Blick auf die anstehenden Sommerferien einen großen Unterschied. Natürlich sei es Aufgabe der Wissenschaft, Empfehlungen dem aktuellen Erkenntnisstand anzupassen. “Das spricht aber nicht gegen eine klare Kommunikation und die frühzeitige Einbindung derer, die letztlich die Empfehlungen umsetzen. Wenn wir ins Schlingern kommen, dann auch die gesamte Impfkampagne.”

Corona-Zahlen weiter niedrig

Während viele Menschen noch nach Impfterminen suchen, lassen andere ihre ungenutzt verstreichen, ohne vorher zu stornieren. Vermutet wird, dass sich manche im Rennen um Termine an verschiedenen Orten darum bemüht haben und die ungenutzten Termine nicht absagen. Möglicherweise sinkt auch die Impfbereitschaft mit den sinkenden Corona-Zahlen.

Berlin | Robert Koch Institut

Empfehlung:   Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4000 | Aktuell Deutschland | DW

Das Robert Koch-Institut meldet weiter sinkende Corona-Fallzahlen

Die Corona-Zahlen in Deutschland bleiben unterdessen weiter auf niedrigem Niveau: Erstmals seit rund elf Monaten sank die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der innerhalb einer Woche registrierten Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner – auf unter 5. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den bundesweiten Wert mit 4,9 an (Vortag 5,0; Vorwoche 5,9). Zuletzt hatte er am 30. Juli 2020 mit 4,8 unter 5 gelegen. 

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages stieg im Wochenvergleich dagegen leicht an. 671 neue Ansteckungen wurden gemeldet. Vor einer Woche waren es 592. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 16 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Tote gewesen.

nob/ml (dpa, afp)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.