Heftiger Bombenanschlag erschüttert Kabul | Aktuell Asien | DW

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Bei einem Autobombenanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben des Innenministeriums mindestens 13 Personen getötet und weitere rund 20 verletzt worden. Unter den Toten seien auch fünf Angreifer, die von Spezialkräften der Polizei getötet worden seien, heißt es weiter. Der Anschlag, zu dem sich die radikalislamischen Taliban bekannten, ereignete sich bereits am Dienstagabend und war der Auftakt zu einer Reihe weiterer Attacken.

Gästehaus des Verteidigungsministers

Zunächst hatten Angreifer eine Autobombe in der Nähe eines Gästehauses des amtierenden Verteidigungsministers Bismillah Khan Mohammadi im Zentrum der Stadt gezündet. Danach drangen laut Innenminister mehrere Angreifer in verschiedene Wohnhäuser ein und lieferten sich Feuergefechte mit den Sicherheitskräften.

Wie aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, sollen in dem Areal zum Zeitpunkt des Anschlags mehrere Politiker zusammengekommen sein, um über eine Gegenoffensive der afghanischen Armee gegen den Vormarsch der Taliban im Norden des Landes zu beraten. 

Afghanistan Explosion

Sicherheitskräfte untersuchen das zerstörte Gästehaus des Verteidigungsministers

Der Anschlag stellt einen neuen traurigen Höhepunkt der aktuellen Taliban-Offensive dar. Er galt einem gut gesicherten Bereich der Hauptstadt, der zuvor von Angriffen der Islamisten weitgehend verschont geblieben war. Die afghanischen Streitkräfte kämpfen derzeit an mehreren Fronten gegen die Taliban, die ihre Offensiven auf mehrere Provinzhauptstädte fortsetzen.

Situation in Laschkar Gah verheerend

Besonders verheerend ist die Situation in Laschkar Gah, der Hauptstadt der Provinz Helmand. Nach UN-Angaben wurden dort in den vergangenen Tagen dutzende Zivilisten getötet. Am Dienstag forderte die afghanische Armee die Bewohner der 200.000-Einwohner-Stadt auf, sich vor den Kämpfen in Sicherheit zu bringen. Sollte die Stadt fallen, wäre dies ein harter Schlag für die Regierung in Kabul. Seit Beginn des Abzugs der NATO-Truppen aus Afghanistan konnten die Taliban zwar weite Teile des Landes erobern, aber keine größeren Städte.

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Bei den Friedensverhandlungen der Taliban mit der afghanischen Regierung in Doha gab es derweil keinerlei Fortschritte. Kabul setzt stattdessen auf internationale Unterstützung. So hat die Regierung von Präsident Aschraf Ghani den UN-Sicherheitsrat gebeten, die jüngsten Anschläge in der Hauptstadt zum Thema einer Dringlichkeitssitzung zu machen.

djo/sti (afp, dpa, ARD)




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