Hitziger Schlagabtausch im US-Wahlkampf | Aktuell Amerika | DW

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Fünf Wochen vor der Wahl sind der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden von den Demokraten erstmals direkt aufeinander getroffen, beim ersten TV-Duell in Ohio. Auf der Agenda der Debatte standen unter anderem die umstrittene Supreme-Court-Nominierung, die Gesundheitsversorgung und das Corona-Krisenmanagement, aber auch die Wirtschaft, Trumps Steuerzahlungen sowie der Rassismus in den Vereinigten Staaten. Inhaltlich neues lieferten die politischen Gegner nicht, sie beharrten auf ihren Positionen.

Beide polarisieren auf niedrigem Niveau

Gleich zu Beginn stritten die Kontrahenten über die umstrittene Nominierung einer neuen Verfassungsrichterin durch Trump. Der Präsident pochte darauf, dass er das Recht dazu habe. Biden hielt dem entgegen, dass die Präsidentschaftswahl bereits begonnen habe, da viele US-Bürger ihre Stimmen schon per Brief abgegeben hätten. Darum sollte erst der Wahlsieger über die wichtige Personalie am Obersten Gerichtshof entscheiden. Biden warf dem Präsidenten zudem vor, durch die Stärkung der konservativen Mehrheit des Obersten US-Gerichtshofs die Gesundheitsreform seines Amtsvorgängers Barack Obama rückgängig machen zu wollen. 

USA Präsidentschaftswahlen TV Debatte Trump Biden (Morry Gash/Reuters)

Joe Biden nennt Donald Trump einen “Clown”, “Lügner” und “Putins Hampelmann”

Im Streit um die Krankenversicherung warf Trump Biden vor, die Demokratische Partei strebe eine sozialistische Gesundheitsversicherung an. Mit Blick auf die von Obama eingeführte Gesundheitsversorgung sagte Trump: “Obamacare ist eine Katastrophe, das ist zu teuer.” Biden werde von der “radikalen Linken” manipuliert. Biden konterte in der Debatte mit einer Frontalattacke gegen Trump, warf ihm Lügen vor und sagte, Trump sei keine Hilfe für die vielen Menschen, die auf eine bezahlbare Gesundheitsversorgung angewiesen seien. In der Gesundheitspolitik habe der Präsident “keinen Plan”, sagte der frühere Vizepräsident.

Er bezichtigte Trump zudem der “Lüge” im Umgang mit der Corona-Pandemie: “Alle wissen, dass er ein Lügner ist.” Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten machte Trump für die hohe Zahl der Corona-Toten in dem Land – bislang mehr als 205.000 – verantwortlich. Der Präsident sei angesichts der Krise in “Panik” verfallen. Trump entgegnete, wäre Biden derzeit Präsident, wären noch viel mehr Menschen gestorben. Außerdem wolle Biden im Kampf gegen das Virus die US-Wirtschaft wieder stilllegen.

USA Präsidentschaftswahlen TV Debatte Trump Biden (Morry Gash/Reuters)

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Donald Trump spottet über Biden: “Er trägt die größten Masken in der Corona-Pandemie”

Den im Raum stehenden Vorwurf, dass er jahrelang so gut wie keine Steuern gezahlt habe, wies Trump von sich. Er habe in den Jahren 2016 und 2017 “Millionen” Dollar Einkommenssteuer auf US-Bundesebene bezahlt. Trump sagte aber auch, “ich möchte keine Steuern zahlen” und dieser Wunsch sei legitim. Beim Thema Wirtschaft halten sich beide Kandidaten gegenseitig vor, der Konjunktur mehr geschadet als genutzt zu haben.

Auch bei der Bewertung des Rassismus in den USA liegen die Kandidaten erwartungsgemäß weit auseinander. Biden beschuldigte Trump, nichts für die afroamerikanische Bevölkerung getan zu haben. “Wir können den Rassismus in Amerika überwinden”, sagte Biden. Aber Trump schaue auf alle herab, die kein Geld oder eine andere Hautfarbe hätten. Trump reagierte darauf mit der Anschuldigung, Biden habe die Black Community, die Gemeinschaft der Schwarzen in den USA, schlechter behandelt als jeder andere und sie als “Super-Raubtiere” bezeichnet.

Trump sieht sich weiter als großartigen Präsidenten

Eines war Trump ganz offensichtlich extrem wichtig. Bei jedem Thema betonte er, dass er als Präsident auf allen Themenfeldern Großes geleistet hat und dass Biden ein schlechter Vizepräsident war. Biden konterte, unter Trump seien die USA schwächer, ärmer und gespaltener geworden. Er bescheinigte Trump eine verheerende Regierungsbilanz: “Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte.”

Trump und Biden lieferten sich über weite Strecken der Debatte einen heftigen Schlagabtausch. Vor allem der Präsident fiel seinem Herausforderer immer wieder ins Wort. “Es ist schwer, bei diesem Clown überhaupt zu Wort zu kommen”, sagte Biden.

Die erste TV-Debatte der diesjährigen amerikanischen Präsidentschaftswahl fand in der Case Western Reserve University in Cleveland im Bundesstaat Ohio statt. Wegen der Corona-Pandemie durften anders als sonst nur rund achtzig Zuschauer vor Ort dabei sein. Das Duell wurde von allen großen amerikanischen Nachrichtensendern live übertragen.

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Der in Umfragen zurückliegende Amtsinhaber Trump und sein Herausforderer Biden werden vor der Wahl noch in zwei weiteren Fernsehdebatten am 15. Oktober und am 22. Oktober aufeinander treffen.

qu/cw (rtr, afp, dpa, TV-live)




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