Indien: Katholischer Bischof vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen | Aktuell Asien | DW

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Ein Gericht in der südindischen Stadt Kottayam hat den katholischen Bischof Franco Mulakkal nach 105 Verhandlungstagen vom Vorwurf der Vergewaltigung einer Ordensschwester freigesprochen. Richter G. Gopakumar erklärte in einer kurzen Verfügung, der Bischof sei nicht schuldig, eine Nonne zwischen 2014 und 2016 in ihrem Kloster in Kuravilangad in Kerala vergewaltigt zu haben. „Die Staatsanwaltschaft konnte keinen der Anklagepunkte gegen den Angeklagten beweisen“, zitieren indische Medien aus dem Urteil. Die Anwälte der Nonne kündigten Berufung an. Die ehemalige Generalobere der Nonnengemeinschaft Missionare Jesu in Kerala hatte den Bischof beschuldigt, sie zwischen 2014 und 2016 in ihrem Kloster 13 Mal vergewaltigt zu haben. Mulakkal war der offizielle Schirmherr der Missionare Jesu und übte immensen Einfluss auf deren Budgets und die Vergabe von Aufträgen aus.

Er war auch der erste Prälat in Indien, der offiziell wegen dieses Verbrechens angeklagt wurde. Das Verfahren konnte erst beginnen, nachdem das Oberste Gericht Indiens den Antrag Mulakkals auf Abweisung der Klage zurückgewiesen hatte. Im Februar 2020 beschuldigte eine zweite Ordensfrau den Bischof der sexuellen Belästigung.

Indien | Nonnen in einer Kapelle

Diese Nonnen in Kuravilangad unterstützten die Anklage gegen Bischof Franco Mulakkal (Archiv)

Der Fall Mulakkal schlug in Indien hohe Wellen. Die Klägerin war nach eigenen Angaben erst zur Polizei gegangen, nachdem sie sich wiederholt bei den Kirchenbehörden beschwert hatte. Schließlich startete eine Gruppe von Mitschwestern öffentliche Proteste. Die damalige Nonne des Klarissen-Ordens, Lucy Kalapura, und fünf weitere Ordensschwestern warfen der Indischen Bischofskonferenz sowie dem Vatikan vor, angesichts der Vergewaltigungsvorwürfe die Augen zu verschließen. Sie beschuldigten zudem die katholische Kirche und ihre Orden, sie wegen ihrer Aktionen gegen Mulakkal einschüchtern zu wollen.

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Protestierende Nonne aus dem Orden ausgeschlossen

Kalapura wurde im August 2019 aus ihrem Orden ausgeschlossen. Im Dezember darauf verschärfte sich der Konflikt durch die Veröffentlichung ihres Buches „Im Namen des Herrn“ über den sexuellen Missbrauch von Nonnen durch katholische Bischöfe und Priester in Indien. Im Juni 2021 lehnte das Oberste Gericht des Vatikans zum zweiten Mal Kalapuras Berufung gegen ihren Ausschluss aus dem Klarissen-Orden ab.

se/fab (kna, ap, afp)




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