Intensivmediziner mahnt zur Umsetzung der Corona-Notbremse | Aktuell Deutschland | DW

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Der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Christian Karagiannidis, hat ein Einhalten der beschlossenen Corona-Notbremse angemahnt. “Ich hoffe, die Politik setzt die Beschlüsse um, nach denen die Lockerungen bei einem Inzidenzwert über 100 zurückgenommen werden”, sagte der Mediziner dem “Kölner Stadt-Anzeiger”.

Der Experte rechnete vor, dass die Lage bei den Intensivpatienten ähnlich wie im Oktober 2020 sei. “Damals gab es bundesweit 3000 COVID-Intensivpatienten. Wenn wir jetzt beim Impfen nachlassen, bei den Lockerungen bleiben und die Inzidenz bis 200 laufen lassen, dann können es 5000 bis 6000 Patienten werden”, warnte Karagiannidis. Das sei in den Kliniken “die absolute Kapazitätsgrenze.” Zuvor hatte Karagiannidis bereits die sofortige Rückkehr zum Lockdown gefordert.

Niedersachsens Wirtschaftsminister für weitere Öffnungen

Während die Intensivmedizin mahnt, Lockerungen wieder zurückzunehmen, kommen aus der Politik Forderungen nach der Rücknahme weitere Einschränkungen. So spricht sich der niedersächsische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) für Öffnungen im Hotel- und Gastgewerbe über Ostern aus.

Mit einer “klugen Test- und Testapp-Strategie” sollte eine Erholung im eigenen Land möglich sein, sagte Althusmann der “Bild”-Zeitung. “Die Hotellerie hat ausgefeilte Hygiene-Konzepte, die ein Höchstmaß an Sicherheit bieten.” Zugleich müsse alles getan werden, um das steigende Infektionsgeschehen im Griff zu behalten. Althusmann regte Öffnungen bis zu einer Auslastung von maximal 60 Prozent an. Mit seiner Forderung geht er unter anderem auf Gegenkurs zu den Landesregierungen in Bayern und Sachsen, die Öffnungen über Ostern ablehnen.

Ost-Ministerpräsidenten werben für russischen Impfstoff

Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bringt zudem eine neue Idee in die Impfdebatte ein. Nach dem vorläufigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca wirbt er gemeinsam mit seinen Kollegen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen für den russischen Impfstoff Sputnik V. “Russland ist ein großes Land der Wissenschaft, und ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass die dortige Wissenschaft imstande ist, einen leistungsfähigen Impfstoff herzustellen”, sagte Kretschmer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Der Impfstoff sollte zugelassen werden.” Schließlich habe Deutschland bei den Impfstoffen Kapazitätsprobleme.

Coronavirus | Russischer Impfstoff Sputnik V

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Das russische Corona-Vakzin Sputnik V

Sachsen-Anhalts Regierungschef Haseloff verwies wie Kretschmer darauf, dass über Zulassung zunächst die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zu entscheiden habe. “Grundsätzlich aber gilt: Im Kampf gegen Corona ist uns jeder Impfstoff willkommen, der sicher ist und wirkt und uns so hilft, die Pandemie zu überwinden”, sagte er den Funke-Zeitungen. “Wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, sollte die Herkunft keine Rolle spielen. Schon als Kind bin ich mit einem russischen Impfstoff gegen Kinderlähmung immunisiert worden. Ich habe da keine Probleme.”

Thüringens Ministerpräsident Bode Ramelow (Linke) sagte: “Ich wünsche mir seit langem viel mehr Druck von der Bundesregierung, dass wir mehr alternative Vakzine zugelassen bekommen.” Die Abhängigkeit von AstraZeneca mache die Impfstrategie angreifbar. “Es ist deshalb wichtig, dass endlich das Thema Sputnik V mit Nachdruck bearbeitet wird. Ich höre schon seit Wochen, dass Unterlagen fehlen. Wenn das wirklich so sein sollte, dann muss man das mit Russland rasch klären.”

Neue EMA-Empfehlung zu AstraZeneca erwartet

Er selbst wolle seine Kanäle nach Russland nutzen, um dabei zu helfen. “Ich will keine politische Zulassung. Aber ich will auch keine politische Ablehnung”, so Ramelow. In Deutschland waren die Impfungen mit AstraZeneca am Montag ausgesetzt worden. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden bis Dienstagabend bundesweit acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Die Zahl der Fälle ist statistisch höher als in der Bevölkerung ohne Impfung.

Derzeit wird untersucht, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht. Von der EMA wird am Donnerstag eine Empfehlung zur Sicherheit des Impfstoffs erwartet.

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ww/cw (dpa, Funke, Bild, Ksta)




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