Irakischer Regierungschef übersteht Drohnenangriff | Aktuell Nahost | DW

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Die Residenz des irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kasimi in der besonders gesicherten Grünen Zone in Bagdad ist bei dem Angriff mindestens einmal getroffen worden, wie zwei Regierungsvertreter bestätigten. Al-Kasimi sei dem Attentatsversuch unverletzt entkommen, teilte das Militär mit. Der Regierungschef twitterte, es gehe ihm gut. Er rief „zum Wohle des Irak“ zu Ruhe und Zurückhaltung auf. In einem in den Online-Netzwerken veröffentlichten Video sagte Al-Kasimi: „Auf feigen Raketen und Drohnen baut man keine Nationen auf.“

Sieben Leibwächter verletzt 

Mindestens sieben Leibwächter des Ministerpräsidenten wurden nach Regierungsangaben verletzt. Bei dem Angriff sei eine mit Sprengstoff beladene Drohne eingesetzt worden, meldete die Staatsagentur Ina. Sie veröffentlichte Aufnahmen von einem beschädigten Gebäude. In anderen Meldungen ist von zwei bewaffneten Drohnen die Rede. Westliche Diplomaten in der Grünen Zone berichteten von Explosionen und Schüssen.

Nach dem Angriff wurden zahlreiche weitere Sicherheitskräfte entsandt. In der Grünen Zone liegen auch Regierungsgebäude und mehrere Botschaften, darunter die US-Vertretung. Die amerikanische Regierung verurteilte den Angriff und sprach von einem „offensichtlichen Terrorakt“, der sich „gegen das Herz des irakischen Staates“ richte. Washington habe den irakischen Sicherheitskräften Unterstützung bei der Aufklärung des Angriffs angeboten, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price.

Immer wieder werden in der Grünen Zone und angrenzenden Stadtvierteln Anschläge verübt. Erst Ende Oktober waren in einem angrenzenden Viertel drei Raketen eingeschlagen.

Fallschirmjäger der 82. Luftlandedivision der US-Armee vor Transportflugzeugen

Die US-Regierung verlegte im Sommer wegen der politischen Spannungen im Irak zusätzliche Soldaten nach Bagdad

Der ehemalige irakische Geheimdienstchef Mustafa al-Kasimi hatte im Mai 2020 nach einem monatelangen Machtkampf eine Regierung gebildet. Bei der Parlamentswahl im Oktober gewann die Partei des schiitischen Klerikers Muktada al-Sadr mit klarem Vorsprung. Der politische Arm des Haschd-al-Schaabi-Netzwerks pro-iranischer Milizen verlor zahlreiche Mandate. Anführer des Netzwerks erkennen das Ergebnis nicht an, sie erhoben Einspruch. Unter ihnen ist einer der einflussreichsten pro-iranischen Politiker im Irak, Hadi al-Amiri. Das offizielle Endergebnis der Parlamentswahl steht deshalb noch aus.

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Anhänger schwer bewaffneter Gruppen, die dem benachbarten schiitischen Iran nahestehen, demonstrierten in den vergangenen Wochen immer wieder nahe der Grünen Zone. Auch am Samstag protestierten hunderte Gefolgsleute pro-iranischer Gruppen in Bagdad gegen den Ausgang der Parlamentswahl.

Anti-Regierungsproteste in Bagdad

Regierungsgegner verbrennen ein Porträt von Mustafa al-Kasimi und bezeichnen ihn als „Kriminellen“

Am Freitag waren bei ähnlichen Protesten mindestens ein Mensch getötet und mehr als hundert weitere Personen verletzt worden.

se/kle (dpa, rtr, ap, afp) 




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