Iranische Menschenrechtlerin Mohammadi freigelassen | Aktuell Nahost | DW

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Ein Sprecher der Justizbehörde in Sandschan im Nordwesten des Iran bestätigte die Haftentlassung der Menschenrechtsaktivistin Nargess Mohammadi. Sie war wegen Propaganda gegen das islamische Regime im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die 48-Jährige sei nun jedoch freigekommen, sagte der Justizsprecher der Nachrichtenagentur Tasnim. Mohammadi gehört zu den renommierten Menschenrechtlern im Iran und ist eine Gegnerin der Todesstrafe. Sie hatte sich im August mit dem Coronavirus infiziert.

Bereits im Juli hatte eine Gruppe von UN-Menschenrechtsexperten die Freilassung der inhaftierten Journalistin gefordert. Damals gab es schon den Verdacht, dass sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. “Die Behörden müssen jetzt reagieren, bevor es zu spät ist”, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von 16 Experten des UN-Menschenrechtsrats.

Gefangene mit schwerer Vorerkrankung

Mohammadi, die bereits ein Lungenleiden hat, beantragte im Juni ihre Entlassung, um medizinisch untersucht werden zu können. Die Journalistin habe erstmals Ende Juni Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gezeigt, am 5. Juli habe sie sogar das Bewusstsein verloren, hieß es in der Erklärung der 16 UN-Experten. Sie gehen davon aus, dass sich Mohammadi im Gefängnis von Sandschan im Nordwesten des Landes angesteckt hat.

Mit Blick auf die Pandemie gehe es bei Gefangenen mit Vorerkrankungen – wie Mohammadi – im Iran nun um Leben oder Tod. “Frau Mohammadi hätte ohnehin nie inhaftiert werden dürfen”, schreiben die Experten. Teheran müsse Mohammadi nun “sofort freilassen”. Nach diesen Angaben wurde die 48-Jährige am 8. Juli auf das Virus getestet.

Die Journalistin und ehemalige Leiterin des inzwischen verbotenen Zentrums der Menschenrechtsverteidiger sitzt seit 2015 eine zehnjährige Haftstrafe wegen “Bildung und Leitung einer illegalen Gruppe” und anderen Vorwürfen ab. Im Iran wurden seit März mehr als 100.000 Gefangene vorübergehend entlassen oder erhielten Straferlass, um Infektionen in den Gefängnissen einzudämmen. Der Iran ist von der weltweiten Pandemie hart betroffen. Dort sind nach amtlichen Angaben 27.658 Menschen an COVID-19 gestorben, 483.844 haben sich infiziert.

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kle/pg (dpa, afp)




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