Iren protestieren gegen Corona-Lockdown | Aktuell Europa | DW

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Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es nach Angaben der irischen Rundfunksenders RTÉ, als Demonstranten versuchten, zu einem zentral gelegenen Park durchzudringen. Nach Polizeiangaben hatten sich die Menschen zu einer geplanten Demonstration im Stadtzentrum von Dublin versammelt. Nachdem die Polizei den Protestzug umstellte, hätten Teilnehmer die Beamten aus geringer Entfernung mit Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizisten hätten daraufhin Schlagstöcke gegen die Menge eingesetzt.

Mehr als 20 Menschen wurden demnach festgenommen. Nach Angaben der Polizei erlitten drei Beamte Verletzungen, einer musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Eine aufgebrachte Menge gerät bei Protesten in Dublin gegen die Corona-Maßnahmen | mit Polizeikräften zusammen

Die Demonstranten wollen sich nicht länger in ihrer Bewegungsfreiheit durch Corona einschränken lassen

Premierminister Micheal Martin verurteilte die gewaltsamen Proteste. Sie offenbarten “einen völligen Mangel an Respekt für die Menschen, die während dieser Pandemie riesige Opfer gebracht haben”, erklärte er mit Blick auf die Restriktionen zur Eindämmung von COVID-19. Es könne “keine Rechtfertigung geben für den Marsch oder die Gewalt, die sich entladen hat”. Auch Vizeregierungschef Leo Varadkar äußerte sich bestürzt. “Gewalt gegen Polizisten oder sonst jemanden ist nicht entschuldbar”, schrieb er auf Twitter.

Irland war relativ glimpflich durch die ersten beiden Pandemie-Wellen gekommen. Nach Weihnachten stiegen die Fallzahlen aber massiv an, Anfang Januar hatte das EU-Land nach Daten der Universität Oxford die höchste Infektionsrate der Welt. Derzeit gilt in Irland bereits zum dritten Mal ein Lockdown. Die Regierung hatte kürzlich angekündigt, die höchste Lockdown-Stufe bis mindestens zum 5. April beizubehalten. Bars, Restaurants, Cafés und Hotels sollen nicht vor dem Hochsommer geöffnet werden, Schulen allerdings schrittweise bereits ab März.

Die Infektionszahlen sind in Irland inzwischen rückläufig. Doch die britische Virus-Variante B.1.1.7 habe die Situation stark verändert, begründete Premier Martin die Entscheidung. Inzwischen seien 90 Prozent aller Neuinfektionen auf den sich schneller ausbreitenden Virus-Typ zurückzuführen.

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qu/cw (dpa, afp)




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