Italiens Botschafter im Kongo getötet | Aktuell Afrika | DW

Italiens Botschafter im Kongo getötet | Aktuell Afrika | DW

0 Von


Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben bewaffnete Angreifer einen Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) überfallen und dabei den italienischen Botschafter Luca Attanasio getötet. Der 43-Jährige erlag kurz nach dem Überfall seinen schweren Verletzungen, wie der zuständige Gouverneur der Region Nord-Kivu, Carly Nzanzu Kasivita, mitteilte.

Nach dessen Aussage schlugen Ranger, die sich zufällig in der Nähe aufhielten, den Angriff zurück. Die örtlichen Behörden gaben an, auch ein Fahrer und ein Leibwächter Attanasios seien in dem Hinterhalt getötet worden. Laut WFP wurden mehrere Menschen bei dem Beschuss verletzt.

DR Kongo Krankenhaus Level III Indian Field in Goma

In diesem Krankenhaus in Goma erlag Attanasio seinen Schussverletzungen

Demnach wurde die Fahrzeugkolonne auf dem Weg von Goma zu einem Schulspeisungsprojekt in der Rutshuru-Region von der Attacke überrascht. “Sie ereignete sich auf einer Straße, die zuvor für Reisen ohne Sicherheitseskorten freigegeben worden war”, gab die UN-Organisation bekannt. Die örtliche Polizei dagegen zeigte sich überrascht von der Präsenz des Botschafters in der Region und der Tatsache, dass er ohne behördlichen Begleitschutz fuhr.

Außenminister reist vorzeitig in Brüssel ab

Italiens Präsident Sergio Mattarella verurteilte die Attacke scharf. Er erklärte, das Land trauere um seine Staatsbediensteten, die in Ausübung ihres Amtes ihr Leben verloren. Außenminister Luigi Di Maio verließ vorzeitig ein Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel und reiste nach Rom zurück.

Italien Außenminister Luigi Di Maio

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio (links) brach Gespräche in Brüssel kurzfristig ab

Das Gebiet, in dem sich der Überfall ereignete, liegt im Süden des Virunga-Nationalparks an der Grenze zu Uganda und Ruanda. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist berühmt für die stark gefährdeten Berggorillas, die in den drei Ländern leben. Die Ranger sind durch Milizen und Wilderer bedroht, die immer wieder auch Gorillas schießen. Erst im Januar wurden sechs Wildhüter getötet und ein weiterer schwer verletzt. Damals wurden Rebellen für den Angriff verantwortlich gemacht.

Empfehlung:   Corona-Ticker vom 13. April: Deutsche stehen hinter Corona-Regeln

Im Ostkongo sind mehrere Milizen aktiv, denen es vor allem um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze geht. In der Nähe des Virunga-Parks wurden Menschenrechtlern zufolge innerhalb von drei Jahren mindestens 170 Menschen entführt. Die Opfer – viele davon Frauen – seien geschlagen, gefoltert, vergewaltigt und zu Geldzahlungen genötigt worden, berichtete Human Rights Watch 2020.

jj/ml (dpa, afp, epd)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.