Jeder siebte junge Mensch leidet unter einer psychischen Krankheit | Aktuell Welt | DW

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Angststörungen, Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten: Jeder siebte junge Mensch im Alter zwischen zehn und 19 Jahren leidet nach Angaben der UN-Kinderhilfsorganisation UNICEF unter einer diagnostizierten psychischen Störung. Das entspreche 80 Millionen Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren und 86 Millionen Heranwachsenden zwischen 15 und 19 Jahren, heißt es in dem dazu veröffentlichten Bericht. Nach Angaben von UNICEF nehmen sich weltweit jedes Jahr rund 46.000 junge Menschen in diesem Alter das Leben – ein junger Mensch alle elf Minuten. In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ist demnach Suizid die vierthäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen, Tuberkulose und Gewalttaten.

Pandemie nur „Spitze des Eisbergs“

Die Organisation stellt dabei einen direkten Bezug zu den Auswirkungen der Pandemie her: „Nach den neuesten verfügbaren Daten von UNICEF ist weltweit mindestens eines von sieben Kindern direkt von Lockdowns betroffen, während mehr als 1,6 Milliarden Kinder einen gewissen Bildungsverlust erlitten haben„. Die Unterbrechung von Routinen, Bildung und Erholung sowie Sorge um das Familieneinkommen und die Gesundheit hinterlasse bei vielen jungen Menschen Angst, Wut und Sorge um ihre Zukunft. Die Auswirkungen der Pandemie seien „gravierend“ und „über viele Jahre“ spürbar, warnte UNICEF.

Die Corona-Folgen für die Psyche von Kindern und Jugendlichen seien aber „nur die Spitze des Eisbergs“, mahnte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Denn bereits vor der Pandemie litten viel zu viele Kinder unter psychischen Belastungen. Regierungen investierten nicht ausreichend in die mentale Gesundheit: So geben die Regierungen weltweit laut dem Bericht weniger als zwei Prozent ihres Gesundheitsbudgets hierfür aus. Auch dem Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und dem späteren Lebensverlauf werde nicht genügend Bedeutung beigemessen.

Blick auf ein leeres Klassenzimmer, die Stühle sind noch auf den Tischen.

Leere Klassenzimmer: Viele Kinder und Jugendliche haben unter den Schulschließungen gelitten.

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Psychische Krankheit kostet den Staat

Dabei bringt das psychische Leiden von Kindern und Jugendlichen auch wirtschaftlich Nachteile, so der Bericht. Die London School of Economics schätzt, dass in Volkswirtschaften aufgrund von psychischen Störungen, die bei jungen Menschen zu Behinderungen oder zum Tod führen, Schäden von fast 390 Milliarden US-Dollar pro Jahr entstehen.

„Die Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Beitrag für ihr Wohlbefinden, ihre Entwicklung und ihre Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Wir müssen das Thema aus der Tabu-Ecke holen und Kindern und jungen Menschen die Unterstützung geben, die sie brauchen.“

UNICEF forderte die Regierungen, die Privatwirtschaft und die Öffentlichkeit auf, die mentale Gesundheit von Kindern und jungen Menschen besser zu schützen. Nötig seien dringend mehr Investitionen, nicht nur im Gesundheitswesen. „Das Schweigen über psychische Erkrankungen muss gebrochen werden“, so die Organisation. Exekutivdirektorin Fore betonte: „Eine gute psychische Gesundheit ist entscheidend dafür, dass Kinder ihre Potenziale verwirklichen können.“

ies/gri (dpa, kna, afp)

Die Deutsche Welle berichtet zurückhaltend über das Thema Suizid, da es Hinweise darauf gibt, dass manche Formen der Berichterstattung zu Nachahmungsreaktionen führen können. Sollten Sie selbst Selbstmordgedanken hegen oder in einer emotionalen Notlage stecken, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Wo es Hilfe in Ihrem Land gibt, finden Sie unter der Website https://www.befrienders.org/.  In Deutschland hilft Ihnen die Telefonseelsorge unter den kostenfreien Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.




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