Jemen-Geberkonferenz hofft auf Milliarden | Aktuell Welt | DW

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Schon jetzt seien im Jemen fast 50.000 Menschen dem Hungertod nahe, warnt das UN-Nothilfebüro (OCHA). 400.000 Kinder unter fünf Jahren seien akut unterernährt und könnten ohne dringende Hilfe bald sterben.

Um die Menschen in dem Bürgerkriegsland zu retten und Millionen weitere vor einer ähnlich prekären Situation zu bewahren, benötigen die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben in diesem Jahr 3,85 Milliarden Dollar. Ein möglichst großer Teil der Summe soll an diesem Montag bei einer virtuellen Geberkonferenz zusammenkommen, an der sich auch Deutschland beteiligt. Ein Bündnis aus zwölf Hilfsorganisationen sprach mit Blick auf das von den UN, der Schweiz und Schweden organisierte Treffen von einem Schlüsselmoment in Kampf gegen die Katastrophe im Jemen.

“Eine besondere Hölle”

“Heute geht es nicht nur darum, im Jemen eine akute Hungersnot abzuwenden. Neue blutige Kämpfe um Marib, Cholera- und Polio-Ausbrüche, Heuschreckenplagen – die Not der Menschen sprengt jede Vorstellungskraft”, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas vor der Konferenz. “Heute werden wir noch einmal mit einer substanziellen neuen Hilfszusage vorangehen und eindringlich dafür werben, dass andere es uns gleich tun.” Hoffnung auf echte Besserung gebe es jedoch nur, wenn es endlich gelänge, die Kämpfe zu stoppen.

Humanitäre Krise im Jemen

“Die Jemeniten haben genug gelitten”, betonen die Vereinten Nationen

“Kindsein im Jemen ist eine besondere Hölle”, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. “Der Krieg schluckt eine ganze Generation von Jemeniten. Wir müssen ihn jetzt beenden und uns sofort um die enormen Folgen kümmern.” Auke Lootsma, der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms für das arabische Land, bezeichnete die dortige Lage als “schlimmste Entwicklungskrise der Welt”. Der Jemen sei derzeit “definitiv eines der ärmsten, wenn nicht das ärmste Land der Welt”. Wenn das Land weiter so heruntergewirtschaftet werde, werde es “sehr schwer wieder aufzubauen sein”, meinte Lootsma.

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Langer Bürgerkrieg 

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis seit 2015 an Seite der Regierung gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Situation wurde durch die Corona-Krise zuletzt noch verschärft.

wa/sti (dpa, afp, kna)




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