Jemen: Tausende Kinder sterben im Bürgerkrieg | Aktuell Nahost | DW

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Der Sprecher des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, James Elder, spricht von einem „weiteren beschämenden Meilenstein“ der „schlimmsten humanitären Krise“ der Welt. Seit Beginn der Kämpfe seien im Schnitt „vier Kinder pro Tag“ getötet oder verstümmelt worden. Dabei handele es sich um die rund 10.000 Fälle, die UNICEF dokumentiert habe. Die wahre Zahl liege wohl höher, weil viele Fälle nicht gemeldet würden, erklärte Elder in Genf.

Das schon vor dem Krieg ärmste Land auf der Arabischen Halbinsel liegt nach dem jahrelangen Bürgerkrieg in Trümmern. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nach Angaben von UNICEF sind vier von fünf Minderjährigen auf humanitäre Hilfe angewiesen, insgesamt elf Millionen. 400.000 Kinder sind schwer unterernährt. „Sie hungern, weil Erwachsene einen Krieg führen, in dem Kinder die größten Verlierer sind“, sagte Elder nach der Rückkehr von einem Besuch im Jemen.

Mehr als zwei Millionen Minderjährige besuchen keine Schule mehr, 1,7 Millionen seien durch Kämpfe und Gewalt mit ihren Familien vertrieben worden. 15 Millionen Menschen, davon 8,5 Millionen Minderjährige, hätten kein sauberes Trinkwasser oder Abwasserversorgung. Zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer, insgesamt mehr als 170.000 Lehrpersonen, hätten in den vergangenen vier Jahren kein regelmäßiges Gehalt bekommen.

Politische Lösung in weiter Ferne

Der Bürgerkrieg im Jemen begann 2014, als die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa einnahmen. Daraufhin griffen im folgenden Jahr von Saudi-Arabien angeführte Streitkräfte mehrerer arabischer Staaten ein, um die offizielle Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zu stützen. Zehntausende Menschen sind seitdem getötet worden und Millionen weitere wurden vertrieben. Sämtliche Bemühungen um eine Lösung des kriegerischen Konflikts blieben bislang erfolglos.

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Marib im Norden weiter hart umkämpft

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis hat im Kampf um die strategisch wichtige Stadt Marib nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche 700 Huthi-Rebellen getötet. Die Huthis wollen Marib einnehmen und rückten zuletzt immer weiter auf die Stadt vor. Marib ist die letzte Gegend im Norden, die noch in der Hand der Regierungstruppen ist. Sollten die Rebellen die Stadt einnehmen, dürfte sich die humanitäre Lage weiter verschlechtern. Im Großraum Marib leben nach UN-Angaben eine Million Binnenflüchtlinge, denen durch die Kämpfe eine erneute Vertreibung droht.

qu/ie (dpa, afp, rtr, unicef)




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