Jury spricht Ex-Superstar R. Kelly schuldig | Aktuell Amerika | DW

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Im Missbrauchsprozess gegen R. Kelly ist der frühere Pop-Superstar schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht in New York verurteilte den Sänger des Welthits „I Believe I Can Fly“ in allen neun Anklagepunkten. Das Strafmaß gegen den 54-Jährigen soll erst am 4. Mai 2022 verkündet werden. Im droht eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang. Im Gefängnis sitzt er schon seit seiner Festnahme im Sommer 2019.

Robert Sylvester Kelly, so sein eigentlicher Name, war unter anderem wegen sexueller Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung angeklagt. In dem sechswöchigen Prozess gegen den dreifachen Grammy-Gewinner hatten sich Dutzende Zeugen zu Wort gemeldet, Hunderte Beweisstücke wurden gesichtet.

R. Kelly Prozess Brooklyn

Endgültiges Ende einer Karriere: R. Kelly (r.) auf der Anklagebank im New Yorker Stadtteil Brooklyn

Kelly habe „Lügen, Manipulation, Drohungen und körperlichen Missbrauch“ eingesetzt, um jahrzehntelang seine Gelüste zu befriedigen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Er habe einen Ring an Unterstützern gehabt, die für ihn systematisch Opfer rekrutiert und ihn geschützt hätten. „Ohne sie hätte der Angeklagte sein Verbrechensmuster nicht fast drei Jahrzehnte lang ausüben können“, hieß es.

„Ein Playboy-Leben“

Sein Verteidiger stellte den R&B-Sänger hingegen im Schlussplädoyer als „Sexsymbol“ dar. Er habe einfach nur ein „Playboy-Leben“ gelebt, seine mutmaßlichen Opfer seien enttäuschte Groupies gewesen. Kelly sei selbst Opfer – von ausgedachten Geschichten und ausgeschmückten Erzählungen über Misshandlungen, so Anwalt Deveraux Cannick. Der Sänger selbst hatte nicht ausgesagt, das Verfahren aber im Gerichtssaal verfolgt.

NYC, USA | R. Kelly in Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

Kelly-Anwalt Cannick äußerte sich „enttäuscht“ über das Urteil und kündigte an, mögliche Rechtsmittel zu prüfen

Das Verfahren ist – nach Fällen wie denen von Filmproduzent Harvey Weinstein und Komiker Bill Cosby – die nächste in den USA und weltweit viel beachtete juristische Aufarbeitung der „#MeToo“-Ära.

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Gegen Kelly waren bereits vor rund 25 Jahren erste Vorwürfe laut geworden. 2008 stand er wegen des Besitzes von Bildern schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor Gericht – und wurde freigesprochen. Andere Verfahren wurden außergerichtlich beigelegt. Die 2019 veröffentlichte Dokumentationsserie „Surviving R. Kelly“ führte dann zu neuen Ermittlungen.

wa/fab (afp, dpa)




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