Katar: Frauen am Flughafen Doha unter Zwang untersucht | Aktuell Nahost | DW

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Die Regierung in Katar hat Ermittlungen wegen eines Vorfalls von Anfang Oktober angekündigt, den sie als “Suche nach den Eltern” eines im Flughafen Doha ausgesetzten Babys umschrieb. Gemeint sind gynäkologische Untersuchungen weiblicher Reisender, mit denen eine kürzlich erfolgte Geburt festgestellt werden sollte. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert aus informierten Kreisen in Doha, es habe sich um “invasive Leibesvisitationen” gehandelt, bei denen zwangsweise Abstriche vom Gebärmutterhals gemacht worden seien.

Auch Australierinnen waren unter den Frauen, die aus einer Qatar-Airways-Maschine geholt wurden. Die australische Regierung verurteilte das “grobe” und “beleidigende” Vorgehen. Insgesamt seien Frauen aus zehn Flugzeugen betroffen gewesen, teilte die australische Außenministerin Marise Payne mit. Auch die australische Bundespolizei ermittelt.

Baby in Mülleimer versteckt

Katar gibt sich nun bemüht, den Imageschaden zu begrenzen: Man bedauere “jegliches Leid und jede Beeinträchtigung persönlicher Freiheiten von Reisenden durch diese Aktion”, teilte die Regierung mit. Ministerpräsident Chalid bin Chalifa bin Abdulasis Al-Thani hat “umfassende und transparente” Ermittlungen angeordnet, deren Ergebnisse mit internationalen Partnern geteilt würden. Man habe die “schnell angesetzte Suche” durchgeführt, um eine Flucht der Verantwortlichen “für das schreckliche Verbrechen” zu verhindern.

Katar Flughafen Doha (AFP/Getty Images)

Der Flughafen in Doha ist ein wichtiges Drehkreuz für Reisende auf Langstrecken

Das neugeborene Mädchen war in einer Plastiktasche in einem Mülleimer versteckt worden. Es werde medizinisch versorgt.

Imageschaden vor Fußball-WM

Der Vorfall bringt Katar erneut in die Negativ-Schlagzeilen, nachdem es über Jahre immer wieder Berichte über Ausbeutung bis hin zur Sklaverei auf Großbaustellen gegeben hatte. In zwei Jahren richtet der arabische Wüstenstaat die Fußball-Weltmeisterschaft aus und hofft auf Zehntausende ausländische Gäste.

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ehl/gri (ap, afp, dpa)




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