Katar führt Mindestlohn für alle ein | Aktuell Nahost | DW

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Das Land am arabischen Golf hat Reformen auf dem Arbeitsmarkt angekündigt. So können ausländische Arbeiter künftig den Job ohne Zustimmung ihres bisherigen Arbeitgebers wechseln. Außerdem legte das Emirat als erstes Land der Region einen monatlichen Mindestlohn in Höhe von 1000 Rial (etwa 230 Euro) fest. Das entspricht einem Stundenlohn von etwa einem Euro.

Kafala-System wird abgebaut

Die UN-Arbeitsorganisation ILO sprach von einem “historischen Schritt” und dem “Beginn einer neuen Ära” für Katars Arbeitsmarkt. In Verbindung mit früheren Reformen werde das Kafala-System effektiv abgebaut. Dieses auch in anderen Ländern der Region verbreitete System bindet ausländische Arbeiter fest an einen einheimischen Bürgen wie einen Arbeitgeber, der etwa einem Jobwechsel zustimmen muss. Anfang des Jahres hatte Katar bereits die strikten Ausreisebestimmungen für Arbeitsmigranten weiter gelockert.

Arbeiter vor einer Stadion-Baustelle (picture-alliance/dpa/XinHua/Nikku)

Das Emirat baut aktuell die WM-Stadien – nicht zuletzt wegen der Lage der ausländischen Arbeiter ist das Turnier umstritten

Der Gastgeber der Fußball-WM 2022 steht wegen schlechter Arbeitsbedingungen für die ausländischen Arbeiter aus armen Ländern immer wieder in der Kritik. Vorgeworfen werden dem reichen Emirat Ausbeutung und zu niedrige Löhne. Zuletzt prangerte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International an, dass ausländische Arbeiter auf einer Baustelle der WM über Monate nicht bezahlt worden seien.

Zwei Millionen Wanderarbeiter in Katar

Das neue Mindestlohngesetz sieht nach Angaben der Regierung vor, dass die Arbeiter zudem 800 Rial für Unterkunft und Lebensmittel erhalten. Arbeitgeber, die den Lohn schuldig bleiben, sollen demnach härter bestraft werden. “Durch die Einführung dieser bedeutenden Veränderungen kommt Katar einem Versprechen nach”, erklärte ILO-Generaldirektor Guy Ryder.

In Katar leben laut Amnesty International rund zwei Millionen Arbeitsmigranten. Sie kommen vor allem aus armen Ländern wie Bangladesch, Nepal oder Indien. Katar hatte die Kritik an den Arbeitsbedingungen immer wieder zurückgewiesen und auf Reformen im Vorfeld der WM verwiesen. Das Turnier beginnt am 21. November 2022.

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nob/fab (dpa, afp)




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